Full text: Sträter, Hermann Josef: Männerpredigten

An ein Dreifaches möchte ich euch kurz erinnern:

1. einen betenden Mann,

2. eine betende Männerschar,

3. das Männerapostolat an der Kommunionbank.

I.

Liebe katholische Männer! Die Wortführer des Umsturzes entwerfen düstere und schwarze Schilderungen von der Lage der Arbeiter, sie heben hervor, daß die Arbeitslast oft gewaltig groß, und der Lohn klein und dürftig, die Behandlung hart und un¬würdig sei. Mag dabei auch manches übertrieben sein, mögen auch Unwahrheiten mit unterlaufen, etwas Wahres liegt dem zu¬grunde. Line bloße Maschine im Räderwerk der Industrie zu sein, das ist sicherlich eines freien Mannes unwürdig.

Wo liegt deine Würde, katholischer Mann? Tausende sind Tag für Tag tätig im Dienste der Maschine, selbst die Nacht unter¬bricht nicht das ruhe- und endlose Arbeiten; Handel, Geschäft und Industrie fordern gewaltige Opfer; ungezählte Scharen geben ein großes Stück ihrer Lebenskraft in ihrem Dienste preis. Nicht ein¬mal der Sonntag, der stille heilige Gottestag, ist eine Ruhezeit. In das Feiergeläute der Kirchenglocken mischt sich der schrille Ton der Fabrikpfeifen. Wohl bemühen sich Staat und Gesellschaft, bessernd einzugreifen; aber schwere, harte, aufreibende Arbeit bleibt für Millionen das Geschick ihres Lebens.

Katholischer Mann, wo liegt deine Würde? Wo liegt deine Ehre, deine Größe? Wollt ihr wissen, was der Mann ist, welches seine Bestimmung? O suchet nicht im Getriebe des täglichen Ge¬schäftslebens! Der Mann, im Dienste der Industrie seine Kräfte erschöpfend in schwerer Arbeit, es ist nicht der ganze, echte Mann; höher, weit höher liegt seine Würde. Wollt ihr wissen, was der Mann ist? Betrachtet den Mann im Gebete! Sehet, dort kommt im Kreise der Seinigen der Vater; noch perlt der Schweiß auf seiner Stirn, Staub und Schwielen an seinen Händen sind die Spuren harter Arbeit, seine Glieder, seine Kniee sind ermüdet

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