Full text: Peters, F.: ¬Das junge Mädchen im Verkehre mit der Welt

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Nicht, um euch einen Strick um den Hals 
zu werfen, soll bedeuten: Nicht, um euch 
zum ehelosen Stande zu zwingen oder 
euere Freiheit in dieser Beziehung zu beschränken; 
„denn ein Jeder hat seine Gabe von Gott der 
Eine diese, der Andere jene!);" der Eine nämlich, 
Gott im jungfräulichen Stande, — der Andere, 
Ihm im Stande der Ehe zu dienen. Wenn nun 
auch der heil. Paulus im Allgemeinen den jung¬ 
fräulichen Stand anpreist, so räth er dennoch 
in einem besonderen Falle den Ehestand an, 
indem er sagt?): „Können sie sich aber nicht ent¬ 
halten, so sollen sie heirathen; denn es ist besser, 
heirathen, als Brunst leiden." Wofern dir nun, 
gutes Mädchen, die du durch ein Gelübde der 
Keuschheit noch nicht gebunden bist, die Gabe, als 
Jungfrau zu leben, nicht zu Theil geworden ist, 
vielmehr Gott dich zum Ehestande berufen zu 
haben scheint, so ergreife ruhig diesen Stand, aber 
dann mit dem Gedanken: Gott will es, daß 
ich alle Mühsale und Unbequemlichkeiten des Ehe¬ 
standes geduldig trage und ich mich, ungeachtet so 
vieler Kümmernisse in demselben zu heiligen 
trachte; nur übereile nicht deine Wahl, geh' 
1) I Corinth. 7, 7. 
2) I Corinth. 7, 9. 
 
Digitalisierungsvorlage 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
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