Full text: Peters, F.: ¬Das junge Mädchen im Verkehre mit der Welt

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dem Wesen nach dieselben Verdienste, wie eine 
Gott in der That geweihte Jungfrau. Wäre ein 
Mädchen der Meinung, von Gott zum Ehestande 
berufen zu sein, fände indeß nicht Gelegenheit, 
eine dem Geiste Gottes entsprechende Ehe einzu¬ 
gehen, so möge sie sich überzeugt halten, daß es 
vor der Hand Gottes Wille nicht ist, daß sie in 
diesen Stand eintrete. So ist es auch nicht Gottes 
Wille, einen Lebensstand zu wählen, sofern ein 
natürliches oder sittliches Hinderniß im Wege steht. 
Sittlicherweise ist z. B. einem jungen Mädchen 
die Ergreifung des klösterlichen Standes eine Un¬ 
zulässigkeit wenn durch ihren Schritt ein Vater 
brodlos, oder eine Mutter in äußerst bedürftige 
Verhältnisse gerathen würde, — da es Kindes 
Pflicht ist, den Eltern in deren Noth alle mögliche 
Hülfe und Unterstützung zuzuwenden und sie nicht 
zu verlassen. Um sich ferner des göttlichen Willens 
bezüglich der Wahl eines bestimmten Standes zu 
vergewissern, ist wohl in Betracht zu ziehen, ob 
man auch dem Leibe oder Geiste nach die er¬ 
forderlichen Eigenschaften und Befähigungen be¬ 
sitze, den mit dem betreffenden Stande verbundenen 
Pflichten Genüge leisten zu können. Entbehrt man 
der nöthigen, den Anforderungen entsprechenden 
Kräfte, so ist folgerichtig anzunehmen, zu solchem 
Lebensstande unzulässig zu sein. Ein junges Mädchen 
Peters, Fingerzeige und Rathschläge. 
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Digitalisierungsvorlage 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
Univ 
lax
	        
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