Volltext : Klenk, Jakobine: ¬Die christliche Jungfrau in der Schule der Heiligen

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frau  hing,  in  den  Boden  zu  stecken,  so  daß  er
häufig  während  der  Arbeit  seine  Blicke  auf  das
Bild  heften  konnte.  —  Obwohl  der  schon  angeführte
Ollier  einen  scharfen  durchdringenden  Verstand  und
ein  sehr  gutes  Gedächtniß  hatte,  so  rechnete  er  bei
seinen  Studien  mehr  auf  den  Beistand  der  heiligen
Jungfrau,  als  auf  seine  natürlichen  Fähigkeiten.
Jedesmal  flehte  er  mit  großer  Andacht  ihre  Hilfe
an,  bevor  er  zu  studiren  begann,  und  wie  er  selbst
erzählt,  scheint  es  beinahe,  Gott  habe  ihm  dies  als
eine  Nothwendigkeit  zeigen  wollen,  denn  er  war
nicht  im  Stande  Etwas  zu  lernen,  wenn  er  nicht
zuvor  sein  Ave  Maria  gebetet  hatte.  —  Der  ehrwürdige -
  Grignon  von  Montfort  bewies  der  lieben
Muttergottes  nicht  weniger  Vertrauen.  Nie  ging
er  in  die  Classe,  ohne  zuvor  in  eine  auf  dem
Wege  liegende  Kirche  einzutreten,  um  daselbst  Maria
zu  begrüßen  und  einige  Zeit  vor  ihrem  Bilde  zu
betrachten.  —  Der  heil.  Vincenz  Ferrier  genoß
keine  Mahlzeit,  ohne  zuvor  Maria  einen  Akt  der
Buße  aufzuopfern.  —  In  dem  Leben  des  seligen
Leonardo  von  Porto  Mauricio  lesen  wir  die  heiligen
Entschlüsse,  die  er  faßte:  „Sowohl  unter  Tags  als
auch  in  der  Nacht  will  ich  auf  meiner  Brust  ein
Kreuz  mit  sieben  Spitzen  tragen,  nicht  nur  in  der
Absicht,  um  das  Stechen  derselben  zu  erleiden,  sondern -
  um  dadurch  fortwährend  an  die  sieben  Schmerzen -
  Mariens  erinnert  zu  werden."  —  In  den
Annalen  zur  Verbreitung  des  Glaubens  kesen  wir,
daß  eine  fromme,  erst  kürzlich  zum  Christenthum
bekehrte  Frau  in  Japan  täglich  mehr  als  zehntausendmal -
  die  heiligen  Namen  Jesus  und  Maria
aussprach.

Digitalisierungsvorlage:
ax-Planck-Institut  für  Bildungsforschung
Bi
            
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