Volltext : Klenk, Jakobine: ¬Die christliche Jungfrau in der Schule der Heiligen

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so  wird  er  euch  schon  mit  Gnaden  überhäufen.  Die
ersten  Blüthen  des  Frühlings  sind  zwar  noch  nicht
das,  was  die  Früchte  des  Herbstes  sind;  aber  sie
entzücken  doch  schon  durch  ihre  Frische.  Damit  die
Blüthen  sich  entfalten  und  Frucht  bringen,  sendet
Gott  den  Thau  des  Himmels,  der  tropfenweise  auf
sie  niederfällt.  So  ist  der  erste  Aufschwung  eines
Herzens,  das  sich  zu  Gott  erheben  will,  noch  keine
gründliche  Tugend;  aber  Gott  liebt  und  segnet
diesen  Aufschwung,  und  damit  die  Seelen,  die  Neulinge -
  in  seinem  Dienste  sind,  leichter  von  den  Vergnügungen -
  und  Festen  der  Welt  sich  entwöhnen,
spendet  er  ihnen  seinen  Trost  in  reichlichem  Maße.
Wenn  auch  ein  Vater  die  Söhne,  die  ihm  seit  langer
Zeit  dienen,  nicht  weniger  liebt,  als  jene,  die  noch
im  zarten  Alter  und  daher  unfähig  sind  ihm  beizustehen, -
  so  läßt  er  den  letzteren  doch  mehr  Liebkosungen -
  zu  Theil  werden.  Ergreifet  also  voll  Freude
die  Uebung  der  Tugend  und  ihr  werdet  bald  erkennen, -
  welch'  ein  Unterschied  besteht  zwischen  dem
Guten  und  dem  Bösen  zwischen  dem,  der  Gott
liebt  und  dem,  der  ihn  beleidigt.
Doch  es  ist  Zeit  von  den  besonderen  Tugenden
zu  sprechen,  welche  die  christliche  Jungfrau  ausüben
muß,  und  zwar  gegen  Gott,  gegen  den  Nächsten
und  gegen  sich  selbst.

Digitalisierungsvorlage
Max  Planck  institute  for  kluman  Developme
Bi
            
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