Full text: Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

ihrer Rückreise nach Jerusalem. Rechts und links späht
ihr thränengefülltes Auge nach dem Knaben: ‘„Habet ihr
ihn nicht gesehen, nichts von ihm gehört?“’
So schluchzen
sie jeden Wanderer an, so weinen sie vor jedem Hause,
in allen Dörfern und Flecken an der Landstraße. Und
erst in Jerusalem! Dort gingen sie wohl zuerst in die
Herberge – keine Auskunft. Sie gehen in den Tempel;
dort finden sie ihn mitten unter den Lehrern.

‘„Kind, warum hast du uns das gethan? Siehe dein
Vater und ich suchen dich mit Schmerzen.“’
Diese Worte
der jungfräulichen Mutter sind nicht Worte des Tadels,
sondern des Schmerzens.

‘„Warum hast du uns das gethan?“’ Warum ließ
der göttliche Knabe über Mutter und Pflegevater, welche
er doch so innig liebte, diese Betrübniß kommen? Aus
Liebe zu Allen, welche Väter und Mütter werden, damit
ihr ein Beispiel habet, mit welcher Sorgfalt, mit welchem
Kummer und Schmerz ihr euere Kinder bewachen und
aufsuchen sollet. – Aber wenn ihr dennoch euere Pflichten
vernachläßiget, welche furchtbare Verantwortung nehmet
ihr mit in die Ewigkeit?

‘„Aber wir müssen unsere Kinder nicht suchen; wir
wissen ja, wo sie sind; sie sagen es uns jedesmal, bevor
sie fortgehen.“’
Gut, aber sagen sie euch jedesmal die
Wahrheit? – Wenn sie's etwa machen wie jene Töchter,
welche ihrem Vater vorgaben, sie wollen ein Mission
besuchen und dafür auf den Tanzplatz gingen! Was dann!

Doch gut, die Kinder sollen wirklich dort sein, wo
ihr sie glaubet. Aber wisset ihr auch, wer noch mehr
dort ist? Wisset ihr auch was dort gelesen, geredet, ge-
sungen, gespielet, getrunken, gethan wird? Wisset ihr das
auch? Und wenn nicht, wie könnet ihr denn bei all' diesen
Aergernissen, die täglich allüberall vorkommen, beruhiget
sein? Und wenn diese Söhne und Töchter am Abend

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