Full text: Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

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Kind den Versuchungen ausgesetzt; Maria ist die makel¬ 
lose Jungfrau und Mutter, der hl. Joseph ist ihr an 
Heiligkeit ähnlich geworden, und doch beten sie beide im 
Hause Gottes, als wären sie Sünder wie die übrigen 
Menschen. Die ganze hl. Familie ist wie der Himmel 
auf Erden und doch betet sie, als wäre sie voll Elend 
und Sünde wie andere. Warum verlangt der himmlische 
Vater dies außerordentliche Opfer der Selbstverläugnung 
und Demuth? Damit die christliche Familie ihre Sonn¬ 
tagspflicht genau und klar erkenne, aber auch gewissenhaft 
erfülle. „Ich habe euch ein Beispiel gegeben." Und doch 
wollen so viele Familien dies Beispiel nicht verstehen, 
nicht befolgen, trotz des zeitlichen Elendes und trotz der 
Verwüstungen der Sünde 
Großer Gott! Wie traurig werden so viele Familien 
in der Ewigkeit auseinandergerissen, oder auch ganz in 
den Abgründen verschwinden, mit Ausnahme der Kleinen, 
welche in den Tagen der Unschuld zu sterben das Glück 
hatten. Wenn aber durch deine Barmyerzigkeit manche 
vor dem Tode noch würdige Früchte der Buße bringen, 
wie viel Unglück wohnt doch in solchen Häusern, und wie 
geht dein Unsegen oft so tragisch von Geschlecht zu Ge¬ 
schlecht, bis der letzte Sprößling im Unglück verschwindet! 
Barmherziger Gott! Laß doch alle Familien das Ge¬ 
heimniß deiner Familie wieder verstehen, wieder befolgen! 
Habe doch Geduld mit vielen Familien, welche noch nicht 
erkennen, was ihnen zum Frieden dient. 
Warum denn nicht den Gottesdienst besuchen? Willst 
du etwa sagen. Ich habe das Opfer der hl. Messe nicht 
nothwendig, ich weiß schon lange, was in Predigt und 
Christenlehre vorkommt. Gut, ich will dir noch vielmehr 
zugeben. Du sollst ohne Versuchungen, ohne Gefahren 
sein, rein, unbefleckt wie ein heute getauftes Kind, du sollst 
alle Geheimnisse des Glaubens viel besser verstehen als 
19 
Hug, christ. Familie. 
 
L 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
M 
Dotalserungsvortage. 
)
	        
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