Full text: Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

den ganzen Morgen für ihre Trägheit oder ihre Eitelkeit
brauchen, wo ist dann noch die christliche Familie? Denn
wenn schon einzelne Glieder der Familie fleißig den
Gottesdienst besuchen, die andern denselben aber aus eigener
Schuld versäumen, so habet ihr wohl einzelne Christen,
aber noch lange keine christliche Familie. Daher werden
auch Einzelne selig werden – aber die ganze Familie
wird nicht zur hl. Familie in den Himmel gelangen.

Doch lassen wir das und betrachten wir lieber die
hl. Familie von Nazareth. Da sie also jedes Jahr 15 Tage
opferten, um die Osterfeier mitzumachen, mit welchem
Eifer wird sie den Sabbath gefeiert haben? Da war
keine Spur von Arbeit aber fleißiger Besuch der Syna-
goge, um zu beten und die Erklärung der hl. Schrift an-
zuhören.

Konnten Maria und Joseph zu Hause nicht das gött-
liche Kind anbeten? Es war ja in ihrer Mitte, nicht im
Tempel, nicht in der Synagoge. Warum also nicht zu
Hause anbeten oder in Gottes freier Natur? ‘„Ich habe
euch ein Beispiel gegeben.“’
Allerdings sollet ihr zu Hause
beten, wenn ihr den Gottesdienst nicht besuchen könnet;
wer aber aus Nachlässigkeit nicht in die Kirche geht, wird
auch zu Hause nicht beten. Ich könnte da auch noch
entwickeln, in welch' einfacher bescheidener Kleidung die
jungfräuliche Mutter im Hause Gottes erschien: allein
das würde doch nichts nützen; denn Personen, welche nur
der Hoffahrt wegen in die Kirche kommen, haben für
solche Wahrheiten ein viel zu kleines Gehirn, und die
andern haben das gar nicht nothwendig. Daher will ich
lieber einen andern Punkt aufgreifen.

Der Besuch des jüdischen Gottesdienstes war eine
beständige Demüthigung für Jesus, Maria und Joseph.
Warum? Der Knabe Jesus ist der wahre Sohn Gottes
und doch betet er im Tempel, als wäre er wie ein anderes

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