Full text: Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

— 288 — 
den ganzen Morgen für ihre Trägheit oder ihre Eitelkeit 
brauchen, wo ist dann noch die christliche Familie? Denn 
wenn schon einzelne Glieder der Familie fleißig den 
Gottesdienst besuchen, die andern denselben aber aus eigener 
Schuld versäumen, so habet ihr wohl einzelne Christen, 
aber noch lange keine christliche Familie. Daher werden 
auch Einzelne selig werden — aber die ganze Familie 
wird nicht zur hl. Familie in den Himmel gelangen. 
Doch lassen wir das und betrachten wir lieber die 
hl. Familie von Nazareth. Da sie also jedes Jahr 15 Tage 
opferten, um die Österfeier mitzumachen, mit welchem 
Eifer wird sie den Sabbath gefeiert haben? Da war 
keine Spur von Arbeit aber fleißiger Besuch der Syna¬ 
goge, um zu beten und die Erklärung der hl. Schrift an¬ 
zuhören. 
Konnten Maria und Joseph zu Hause nicht das gött¬ 
liche Kind anbeten? Es war ja in ihrer Mitte, nicht im 
Tempel, nicht in der Synagoge. Warum also nicht zu 
Hause anbeten oder in Gottes freier Natur? „Ich habe 
euch ein Beispiel gegeben." Allerdings sollet ihr zu Hause 
beten, wenn ihr den Gottesdienst nicht besuchen könnet; 
wer aber aus Nachlässigkeit nicht in die Kirche geht, wird 
auch zu Hause nicht beten. Ich könnte da auch noch 
entwickeln, in welch' einfacher bescheidener Kleidung die 
jungfräuliche Mutter im Hause Gottes erschien: allein 
das würde doch nichts nützen; denn Personen, welche nur 
der Hoffahrt wegen in die Kirche kommen, haben für 
solche Wahrheiten ein viel zu kleines Gehirn, und die 
andern haben das gar nicht nothwendig. Daher will ich 
lieber einen andern Punkt aufgreifen. 
Der Besuch des jüdischen Gottesdienstes war eine 
beständige Demüthigung für Jesus, Maria und Joseph. 
Warum? Der Knabe Jesus ist der wahre Sohn Gottes 
und doch betet er im Tempel, als wäre er wie ein anderes 
ligitalisierungsvorlage 
4 
L 
DErzbischöfliche Diözesa 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
nd 
Dombiblic
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer