Full text: Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

— 267 — 
1) Der Würgengel der Fleischeslust verwüstet die 
Erziehung und die Jugend. 
2) Aber das Blut des göttlichen Österlammes schreckt 
ihn davon ab. 
Wenn ich über die Verwüstung, welche die Unreinig¬ 
keit über die Erziehung und die Jugend bringt, etwas 
sagen muß — so will ich kurz sein; denn die Sache ist 
überaus traurig — aber etwas muß ich wenigstens an¬ 
deuten, um zu warnen. 
Die Seele der Erziehung ist Religion und Frömmig¬ 
keit. So lange nun die Jugend rein bleibt, liebt sie die 
Religion und die Erfüllung ihrer Pflichten, hat Freude 
am Gebete, am Kirchenbesuch, am Empfang der heiligen 
Sakramente; aber in dem Augenblicke, wo sie von der 
Unreinigkeit befleckt wird, nimmt die Freude am Gebete 
und die Liebe zur Frömmigkeit ab. Man geht noch der 
Sitte gemäß zur Kirche, aber weniger um zu beten, als 
um zu sehen und gesehen zu werden. So wird der Glaube 
geschwächt und geht oft ganz verloren. 
Solange nämlich die Jugend in Unschuld wandelt, 
ihre Freuden im Elternhause genießt, ist der Glaube mit 
all seinen Wahrheiten ihr Trost und ihre Freude, und es 
ist ihr rein unbegreiflich, wie diese göttlichen Wahrheiten 
Widerspruch finden. Sobald aber die Unlauterkeit in das 
Herz dringt, wird der Glaube verdunkelt. Warum? Fleisch 
und Evangelium kommen in Widerspruch; jenes genießt 
in Sünden — dieses ruft: Die Unreinen stürzen in das 
ewige Feuer! So kommt dann der Zweifel, dann der 
Spott, dann der Unglaube: das ist oft die ganze Philo¬ 
sophie junger und alter Sünder. 
Und die weitere Folge? Ihr wisset noch, welche Be¬ 
deutung die Ehrfurcht für die Erziehung, für die Jugend 
für alle Menschen hat. So lange die Jugend in Rein¬ 
heit wandelt, haßt und verachtet sie alles Gemeine, Nieder¬ 
L 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
M. 
Digitalsierungsvortage. 
en
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer