Full text: Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

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sehen? Wollte Gott ich müßte auf diese Dinge nicht ant¬ 
worten und könnte einfach sagen: „Unter Katholiken kommt 
das gar nicht vor"; weil aber beim wachsenden Leichtsinn 
diese Aergernisse immer mehr überhand nehmen, muß ich 
doch einen Wink geben. Wenn ihr also eine solche Tochter 
sehet, so weinet über ihre Sünden und Aergernisse, bittet 
und betet zu Gott, daß doch die Gefallene in ihrem Leicht¬ 
sinne nicht bis in die Hölle hinabfalle, und in eneren 
Familien seid wahrhaft Väter und Mütter, daß nicht auch 
eure Töchter bei eurer Nachläßigkeit aus dem Leichtsinne 
in die Sünde und aus der Sünde in diese Schande gerathen 
zum Aergernisse Vieler und zur eigenen Schmach am 
jüngsten Tage. 
Doch das angedeutet zu haben, soll genügen, um euch 
nicht minder wichtige Wahrheiten an das Herz zu legen 
und zwar denen, welchen Gott diese Mutterwürde schon 
gegeben hat oder erst verleihen will. Weil Maria Mutter 
Gottes werden sollte, blieb sie vor der Erbsünde ganz ver¬ 
schont und war vom ersken Augenblicke ihres Daseins an 
ganz schön und heilig; aber sie selbst wirkte mit der 
Gnade mit, daß sie an Tugend und Heiligkeit täglich Fort¬ 
schritte machte, bis sie durch den hl. Geist endlich die 
wunderbare Mutter geworden. 
Euch nun, die schon Mütter seid oder es noch werdet, 
hat Gott durch die hl. Taufe die Erbsünde weggenommen 
und die Gnade gegeben, damit ihr die bösen Neigungen 
bekämpfet, unschuldig lebet, um der ganzen wahren Mutter¬ 
würde theilhaftig zu werden. Da nun gilt euch das Wort: 
„Traget und verherrlichet Gott in euerem Leibe!" Aller¬ 
dings vor allem in eurer Seele, daß ihr vor jeder Sünde 
frei bleibet; aber dazu auch in euerem Leibe, daß ihr diese 
Wohnung des hl. Geistes und diese Werkstätte des Schöpfers 
aller Dinge nicht durch die Sünde verwüstet, sondern durch 
Nüchternheit, durch einfache, gesunde Kleidung, durch Keusch¬ 
 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
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Digtalsierungsvorlage. 
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