Full text: Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

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Aber warum wählte der Heiland gerade das Wasser? 
Die hl. Väter geben viele tiefsinnige Gründe an, allein 
ich kann dieselben hier nicht alle aufführen. Denn hier 
ist nicht der Ort, für eine gelehrte Abhandlung, sondern 
nur für die allen nothwendige Erklärung dieses Geheim¬ 
nisses. 
Also nur eines. In der Religion der Juden wie 
der Heiden galt das Wasser als Reinigungsmittel, als 
werde durch die leibliche Waschung im Schmerze über 
begangene Missethat auch die Seele vor der Gottheit 
gereiniget. Dieser Zug ist in die Menschennatur hinein¬ 
gelegt durch Gott den Vater, diesen Zug hat Gott der 
Sohn in der Erlösung geheiliget, und es dem hl. Geiste 
übergeben, im Wasser das sündenbefleckte Menschenkind rein 
zu waschen und zu einem Kinde Gottes umzugestalten. 
Aber ist denn ohne die Taufe die Erreichung des 
ewigen Lebens wirklich nicht möglich? Urtheilet nun 
selbst, aber ja nicht gegen die ausführliche Lehre Christi. 
Erwachsene, welche glauben und getauft zu werden ver¬ 
langen, aber vor dem Empfang der Taufe wegsterben, 
werden durch diese Begierdtaufe gerettet, oder durch die 
Bluttaufe, wenn sie ihr Blut für Christus vergießen; aber 
ist den kleinen Kindern auch eine Begierdtaufe möglich? 
Wenn sie daher ohne diese Wiedergeburt wegsterben, werden 
sie niemals den Himmel besitzen. Da mag eine falsche 
Sentimentalität wimmern wie sie will, hilft alles nichts. 
Aber werden denn diese Kinder verdammt? Die 
Ansichten der Gottesgelehrten sind da sehr verschieden und 
die Kirche hat noch nichts entschieden; ich aber habe euch 
nicht die Meinung der Gelehrten, sondern die Glaubens¬ 
wahrheiten zu verkünden. Nur so viel ist sicher und aus¬ 
gemacht: „Ungetaufte Kinder kommen nicht in den Himmel 
zur Anschauung Gottes von Angesicht zu Angesicht." 
Wenn ich nun da gleich gewisse Mißbräuche berühren 
L 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
N 
Digitalisierungsvorlage: 
Derzbise 
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