Full text: Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

XV.
Die Gewalt der Kirche betr. Ehehindernisse
und die Verwandtschaftsehen.

Wir bestehen aus Leib und Seele; beide wollen
glücklich sein, sowohl auf dieser Welt, als in der Ewigkeit.
Weil aber in Folge der Sünde uns der Himmel ver-
schlossen und die Erde ein Jammerthal geworden ist, kam
der Sohn Gottes, nicht bloß um den Himmel wieder zu
öffnen, sondern auch das zeitliche Elend zu mindern oder
ganz zu heben. Daher sehet ihr denn, wie er nicht bloß
die Wahrheit lehrt, die Sünden verzeiht, die hl. Sakra-
mente einsetzt, das Opfer am Kreuze darbringt, sondern
auch wie er die Krankheiten und Gebrechen der Menschen
heilt, ihnen Winke gibt, wie sie auch für dies Leben
glücklich sein können.

Auf ähnliche Weise handelt auch die katholische Kirche.
Denn sie ist nur der auf Erden fortlebende und fort-
wirkende Christus. Diese Muttersorge der hl. Kirche könne
ihr im hl. Sakrament der Ehe betrachten. Denn sie will
die Eheleute durch dies hl. Sakrament nicht bloß heiligen,
und für den Himmel vorbereiten, sondern so weit es
möglich ist, auch für diese Welt glücklich machen. Um deß-
halb alles zu entfernen, was das eheliche Glück stören
könnte, hat sie Ehehindernisse aufgestellt, dispensirt aber
auch in gewissen Fällen davon. Da nun komme ich auf
einen Gegenstand, dessen Verständniß so vielen fehlt, ob-
wohl er von außerordentlicher Wichtigkeit und Bedeutung
ist. Viele, wenn sie nicht gleich heirathen können, glauben,
die Laune des Pfarrers sei daran Schuld, während es sich
um ein hl. Recht der Kirche handelt, bei dessen Gebrauch

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