Full text: Hug, Gallus J.: ¬Die christliche Familie im Kampfe gegen feindliche Mächte

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lischen Kirche, welche dem Kampfe mit der weltlichen Ge¬ 
walt, die auch von Gott ist, so lang als möglich auszu¬ 
weichen sucht. 
Damit ihr in dieser Sache ganz klar werdet nur 
noch einen Vergleich. Stirbt euch jemand, so müßet ihr 
beim Civilstand Anzeige machen, und euch den Schein 
holen, wann der Verstorbene beerdigt werden dürfe. Ob 
ihr dann eine kirchliche oder bürgerliche Beerdigung ver¬ 
langet, läßt euch das Gesetz vollkommen frei. 
So gehet auch mit der Braut auf das Rathhaus 
nicht in der Absicht, den von Christus gewollten sakra¬ 
mentalischen Ehevertrag abzuschließen; denn das verlangt 
kein weltliches Gesetz und kann es nicht verlangen; sondern 
in der Absicht, die von der bürgerlichen Gesellschaft vor¬ 
geschriebenen Bedingungen zu erfüllen; denn sonst würde 
euere in Christo und der Kirche geschlossene Ehe vom 
Staat nicht anerkannt und euere Kinder nicht als eheliche 
gelten. Was ihr hernach thuet, um das kümmert sich kein 
weltliches Gesetz, wohl aber die katholische Kirche, die sich 
ebenso wenig ändert als das Gesetz Jesu Christi; die 
katholische Kirche, welche mit ihrer gottgeweihten Jung¬ 
frauhand, die einzige Verwalterin dieses hl. Sakramentes 
ist, und zugleich die tauglichste Beschützerin der Ehe. 
Die Ehe ist eine Einrichtung Gottes für alle Zeiten, 
für alle Orte, für alle Menschen. Damit will ich natür¬ 
lich nicht behaupten, daß jeder Mensch zur Ehe verpflichtet sei 
sondern nur, daß er ein Recht darauf habe, so lange er nicht 
durch das Gelübde der Keuschheit darauf verzichtet, oder 
aus irgend einem Grunde untanglich ist, dies Recht zu 
beanspruchen. Die Ehe ist somit kein Vertrag, der auf 
den Eigenthümlichkeiten dieser oder jener Nation beruht, 
fondern in der Natur des Menschen und der beiden Ge¬ 
schlechter begründet ist. Wer kann daher diese Ordnung 
Gottes am besten bewachen? Jene Gesellschaft, welche 
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Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
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