Full text: Führer zum Himmel

kunft nicht mehr zu sündigen. Zur Ver-
gebung der Sünden
ist die Reue
durchaus notwendig . Ohne Reue gibt es
nie und nimmer Verzeihung. Im Notfalle
sind Gewissenserforschung, genaues Be-
kenntnis und Genugtuung nicht dazu er-
fordert; aber die Reue darf nie fehlen,
wenn nur Verzeihung von Gott erlangen
wollen. Ganz natürlich! Wo keine Reue
ist, da kann Gott nicht verzeihen. Als un-
endlich heiliger Gott muß er die Sünde
hassen und kann mit einem Menschen, der
die Sünde noch liebt, keine Freundschaft
schließen. Die Lossprechung, die ein Sün-
der ohne Reue empfängt, ist daher un-
gültig vor Gott, auch wenn er alle Sünden
gebeichtet hätte. Vergiß daher niemals,
ehe du in den Beichtstuhl gehst ,
eine gute Reue zu erwecken, und bedenke
dabei folgendes:

1. Die Reue muß vor allem inner-
lich
sein . Sie muß von Herzen kommen.
Die wahre Reue besteht nicht in einem
Reuegebet, das man bloß mit dem Munde
hersagt; sie muß von Herzen kommen, d.h.
man muß im Herzen, mit dem Willen die
Sünde verabscheuen und aufrichtig wün-
schen, sie nicht begangen zu haben.

2. Die Reue muß übernatürlich
sein . Wer seine Sünden nur darum
bereut, weil sie ihm Schande, Krankheit,
zeitlichen Schaden gebracht, hat eine na-
türliche
Reue. Diese genügt nicht zum
Empfang des heiligen Bußsakramentes.
Die Reue muß übernatürlich sein,
d.h. sie muß aus einem Beweggrunde
hervorgehen, den uns der Glaube lehrt,
z.B. weil man Gott, den gütigsten Vater,
das höchste und liebenswürdigste Gut da-
durch beleidigt hat, oder weil man den
Himmel verloren, die Hölle verdient hat.
Im letzten Falle ist die Reue eine unvoll-
kommene, die aber hinreicht zur Verzei-
hung der Sünden im heiligen Bußsakra-
ment. Bereut man aber seine Sünden,
weil man Gott, das höchste und liebens-
würdigste Gut, dadurch beleidigt, so ist die
Reue eine vollkommene . Diese verschafft
uns schon vor dem Empfange des Buß-
sakramentes die Verzeihung der schweren
Sünden, wenn sie den Willen einschließt,
die Sünden bei der nächsten Beichte zu be-
kennen. Darum soll man die vollkommene
Reue erwecken in Todesgefahr und so oft
man das Unglück hatte, eine Todsünde zu
begehen.

3. Die Reue muß allgemein sein ,
d.h. man muß wenigstens alle schweren
Sünden von Herzen bereuen. Wer nur
eine einzige schwere Sünde von seiner
Reue ausschließt, bekommt keine Verzei-
hung seiner Sünden. Denn solange der
Sünder sein Herz auch nur an eine einzige
schwere Sünde heftet, bleibt er ein Feind

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