Full text: Führer zum Himmel

Männern vor den Frauen zugesteht, son-
dern ein Recht und ein Gesetz für alle ver-
langt. Nichts entschuldigt oder berechtigt
die Untreue, nicht Alter, Krankheit, Eigen-
sinn des andern Eheteils, nicht Unglück in
der Wahl deiner Lebensgefährtin, nicht die
Wahrnehmung, daß viele andere es auch
so machen. Denke auch an die
schlimmen Folgen, die die Un-
treue oft für die Gesundheit
hat
. ‘„Wie mancher hat sich infolge seiner
Treulosigkeit eine ansteckende Krankheit
zugezogen! Mit Recht ruft ein Arzt aus:
‘‚Wie viel Fluch und Unsegen ist aus einem
einmaligen Verkehr mit einer Dirne ent-
standen!‛’
Ja, ein Kuß, eine Umarmung
hat unzählige Male schon genügt, um die
Keime der Ansteckung weiterzupflanzen.
Könnte so ein Unglücklicher selbst dir seine
Leiden, seine Schmerzen schildern! Mir
klingt noch immer in den Ohren, was einst
so ein armer Mensch mir sagte: O, hätte
ich es gewußt, hätte ich nur geahnt, was
diese Tat für Folgen nach sich zieht, ich hätte
sie nie begangen – nie, nie. Aber wenn
die eigene Erfahrung uns belehrt, dann ist's
zu spät. Glaubst du, ich übertreibe, dann
laß dir vom Arzte sagen, wie viele Krank-
heiten die eine nach sich zieht, wie viele
Krankheiten sie nährt und fördert; laß ihn
dir berichten, wie oft ein früher Tod die
Sünde straft. Frag ihn, ob's wahr ist –
und es ist entsetzliche Wahrheit –, daß diese
Krankheit und ihr Gefolge auf Kind und
Enkel sich vererbt. Bleibe darum treu!
Denke an deine Gattin! Denke an deine
Kinder!“’

Sei treu, sei ein Mann! Schwimme
gegen den Strom der Zeit!
Widerstehe den
vielen Verführungen, die er mit sich wälzt.
Vertraue nicht zu sehr auf deine Tugend.
Wenn der König David einst der Ver-
suchung nicht widerstand, was gibt dann
dir die Sicherheit, daß dich keine Ver-
suchung, keine verlockende Gelegenheit zu
Falle bringen kann? Meide darum ge-
wissenhaft alles, was dich zur Sünde reizen
könnte. Meide freie Blicke , besonders
bei der heutigen leichtfertigen und reizen-
den Kleidermode. Meide vertrauten
Umgang
mit entfernteren Verwandten,
früheren Bekannten. Nachbarinnen, Haus-
leuten und Dienstmädchen, selbst mit deiner
Schwägerin. Meide die gefährlichen
Straßen
der Städte bei Reisen und aus-
wärtiger Arbeit. Meide anstößige
Lektüre
. Weise eine Verführerin zurück,
wie ein ägyptischer Joseph Putiphars
Weib und benimm dich stets so, wie du
wünschest und verlangst, daß deine Frau
sich in der Versuchung benehme. Das ist
Mannestreue.

Hier möchte ich dich noch warnen, lieber
Mann, vor einem Uebel, das der Pflicht-

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer