Full text: Egger, Augustinus: ¬Der christliche Vater in der modernen Welt

er die Sünde und ihre Folgen als traurige
Erbschaft hinterließ. Das Urteil über Adam
ging auch über auf seine Söhne, die wieder
Väter wurden. Die Vaterschaft war zum
verwilderten Baume geworden, der ausge-
artete und verdorbene Früchte trug. Und
je mehr das Heidentum den wahren Gott
vergaß, desto mehr wurde auch das irdische
Abbild des himmlischen Vaters verunstaltet.
Besonders bemerkenswert ist es, daß das
Heidentum einen Hauptzug der Vaterschaft,
die väterliche Liebe, immer mehr zurücktreten
ließ, so daß der Vater bei den meisten Völkern
zum grausamen Despoten, oder besser gesagt
zum reißenden Tiere herabgewürdiget wurde.
Haben doch die gebildetsten Völker des Alter-
tums dem Vater das Recht eingeräumt, nach
Belieben über Leben und Tod seines Kindes
zu entscheiden.

Als das Christentum auftrat, war es,
wie wenn nach einer langen, bangen Nacht
die Sonne aufgeht, und neues Licht und
neues Leben verbreitet. Dieses neue Licht
ergoß sich auch verklärend über das Familien-
leben. Vater, Mutter und Kind mußten
sofort eine neue und höhere Würde erlangen,
als man im Menschen das Ebenbild Gottes

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