Full text: Egger, Augustinus: ¬Der christliche Vater in der modernen Welt

Abend nach einem Tage voller Stürme, Kum-
mer, Schmerz und Thränen!

Möge jedem Vater, der dieses Buch zur
Hand nimmt, ein ähnlicher Lebensabend be-
schieden sein! Ohne Sorgen und Mühen,
ohne Kummer und Angst kann keiner sein
Tagwerk vollbringen, aber Gott gebe, daß
er am Ende desselben mit dem greisen Si-
meon getröstet ausrufen kann: ‘„Nun, o Herr,
entlassest Du deinen Diener im Frieden!“’

(Luk. 2, 29.)

( ‘„Vorbereitung auf den Tod“’ . Seite 494.)

38. Christus und die hl. Familie.

Jesus Christus, der Sohn Gottes und
unser Erlöser ist der Erzieher der Mensch-
heit. Die junge Pflanze, welche Menschen-
seele heißt, kann sich nur entfalten, nur
hoffnungsvoll erblühen im Lichte seiner
Wahrheit und Gnade. Ohne diese kann
keine Tugend gedeihen, kein Herz den Frie-
den finden, das Wohl der Menschheit weder
hier noch jenseits erreicht werden. Immer
wird als Programm der christlichen Erzie-
hung das Wort des Herrn gelten müssen:
‘„Lasset die Kleinen zu Mir kommen und
wehret es ihnen nicht, denn ihrer ist das
Himmelreich.“’
(Mark. 16, 14.)

Der christliche Vater ist der Stellvertreter,
der Diener, das Werkzeug für diesen großen
Erzieher. Er soll seine Aufgabe für Chri-
stus und mit seiner Hilfe erfüllen. Alles, was
man über die Erziehung sagen kann, muß
seinen Ausgangs- und Endpunkt in Christus
haben. Christus ist es, der dem Vater seine
Würde verleiht, Er legt ihm seine Pflichten
auf und zieht ihn einst darüber zur Rechen-
schaft. In den Vatersorgen kann er den
wahren Trost nur in Christus finden, nur
in Ihm die echten Vaterfreuden genießen.
Von Christus bekommt er die Standesgnade
des Ehesakramentes, von Ihm empfängt er
die richtigen Grundsätze der Erziehung, Chri-
stus stellt ihm die Kirche mit ihrer ganzen
erziehenden Macht und allen ihren Gnaden-
mitteln zur Verfügung.

Christus vertraut dem Vater das Kind
an als Erben seines Reiches, damit er es
für den Himmel erziehe. Das Kind ist ein
Rebzweig an dem Weinstocke, welcher Chri-
stus ist, und der Vater ist von Ihm bestellt
als Weingärtner, diesen Zweig zu beschnei-
den und zu pflegen, damit er blühe und

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