Full text: Egger, Augustinus: ¬Der christliche Vater in der modernen Welt

religiöse und sittliche Erziehung zurücktritt,
und alles Gewicht auf die Ausführung des
Unterrichtsprogramms gelegt wird, da wer-
den die Zügel der Erziehung, welche der
Hand der Lehrer entgleiten, von den Schü-
lern selber aufgegriffen. Es bildet sich eine
von Schule und Lehrern unabhängige öffent-
liche Meinung der Schülerwelt, ein gewisser
Studentengeist, der in diesen Kreisen eine
unbedingte Herrschaft ausübt. Wendet er
sich gegen einen Lehrer, so ist sein Ansehen
und sein Einfluß gebrochen. Billiget und
verherrlichet er gewisse vom Schulreglement
verbotene Dinge, so gilt jeder Ungehor-
sam gegen die Schulgesetze als Helden-
that. Greift er Religion und Sittlichkeit
an, so schämt sich der einzelne Schüler
seiner religiösen Gesinnungen und Hand-
lungen, und wetteifert mit den andern in
den Sünden, die hier Ruhm ernten. Der
neue Ankömmling beugt sich vor diesem
Studentengeist anfänglich aus Schüchternheit
und mit innerem Widerstreben, bald aber ist
er mit Lust dabei, und allmählich macht er
sich selber zum Träger und Beförderer dieses
Studentengeistes. Was dieser für eine tyran-
nische Herrschaft ausübt, ergiebt sich aus

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