Full text: Egger, Augustinus: ¬Der christliche Vater in der modernen Welt

Die Gerechtigkeit. 
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bestehen, das nötigt Beamte, Richter und 
Bürger zu unbestechlicher Gerechtigkeit ohne 
Ansehen der Person, das schützt Leben, Ehre 
und Eigentum des Einzelnen, das bewirkt, 
daß Verbrechen nicht bloß gestraft, sondern 
verhütet werden. Wenn aber die Menschen 
die Schuldigkeit gegen Gott außer acht setzen, 
so wankt und stürzt auch die Rechtsordnung 
in Staat und Gesellschaft, es schwinden Treue 
und Redlichkeit, die öffentliche Sicherheit, 
das Vertrauen und der Friede, man zittert 
vor Gewaltthaten von oben, vor Verbrechen 
von unten, es regiert nur noch das Recht 
des Arglistigeren, des Frecheren und des 
Stärkeren. 
Das Christentum kennt noch etwas Höhe- 
res als die Gerechtigkeit, welche einfach jedem 
das Seine giebt, es ist das die Liebe, welche 
weiter geht, indem sie Unrecht geduldig leidet, 
dem Nächsten auch von dem Ihrigen giebt. 
Aber die Gerechtigkeit ist die erste Bedin¬ 
gung für die Aufrechthaltung der Ord¬ 
nung in der Welt, und darum müssen die 
Rechtspflichten vor den Liebespflichten er¬ 
füllt werden. Die Gerechtigkeit ist die 
eigentliche Zierde des christlichen Mannes. 
Der schönste Ehrentitel eines Mannes liegt 
Digitalisierungsvorlage: 
von 
len ene nen e nunebrehne.
	        
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