Full text: Egger, Augustinus: ¬Die christliche Mutter

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Das Weib und die Welt. 
ihre Angel darnach auswerfen. So¬ 
dann muß man den Verkehr mit der 
Welt auf das Notwendige beschränken. 
Man behandle sie wie eine falsche Nach¬ 
barin. Man sucht mit dieser keinen 
Streit, erweist ihr die schuldige Auf¬ 
merksamkeit, nimmt ihre Komplimente 
als das, was sie sind, und befleißt sich 
im übrigen einer klugen Zurückhaltung. 
Wer die Welt näher beobachtet, wird 
sie weder lieben, noch fürchten, sondern 
verachten. Niemand ist falscher und 
undankbarer als die Welt. Wer auf 
dem Piedestal des Glückes steht, wird 
von ihr in das Gesicht angebetet, im 
Herzen beneidet und hinter dem Rücken 
gelästert, und bei einem Wechsel des 
Glückes sofort verlassen. Um eine ge¬ 
fallene Größe, um eine verblühte Schön¬ 
heit kümmert sich die Welt so wenig 
als um den Pfahl, an dem ein glän¬ 
zendes Feuerwerk losgebrannt worden 
war. Niemand ist thörichter als die Welt. 
Was sie hochschätzt, ist eitel und ver¬ 
E 
5 
Digitalisierungsvorlage: 
Bibliothek des Bischöflichen Priester 
Max Planck institute for Human Developme
	        
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