Volltext: Egger, Augustinus: ¬Die christliche Mutter

den gleichen Schwächen, die der Eva
bei dem Baume der Erkenntnis Unheil
brachten. Die Neugierde, das Verlan-
gen. Neues zu vernehmen und mitzu-
teilen, macht ihm den Verkehr mit
der Welt zu einem süßen Bedürfnis.
Die Eitelkeit, der Wunsch zu gefallen
und Gunst zu finden, die Furcht vor
dem Gegenteil, üben Einfluß auf das
Benehmen und Reden. Das Herz,
welches geschaffen ist, sich hinzugeben,
ist bald geneigt, es auch in diesem Kreise
zu thun, zu schweigen, nachzugeben, aus-
zugleichen, selbst da, wo es sich um
Grundsätze handelt, die Religion und
Gewissen berühren. Der hl. Augustin
macht darauf aufmerksam, daß es viel
leichter sei, unter ausgesprochenen Geg-
nern seiner Ueberzeugung treu zu blei-
ben, als unter Andersgesinnten, die uns
im übrigen gewogen sind. Er findet,
daß letztere den Frommen Schaden brin-
gen, auch wenn sie es gar nicht beab-
sichtigen, und fügt bei: ‘„Es ist eine
große Gnade, täglich mit solchen Leu-
ten umzugehen und nicht von dem Wege
der Gebote Gottes abzuweichen. Denn
oft wird die Seele, die zu Gott gelan-
gen will, gehemmt und auf dem Wege
straucheln, gar bald wird ein guter
Vorsatz nicht gehalten, um bei der Um-
gebung nicht anzustoßen“’
. (Aug. über
Ps. 6.) Dieses Wort ist schon 1500
Jahre alt, aber heute noch so zutref-
fend, als ob der Heilige die jetzige Welt
vor Augen gehabt hätte. Das mensch-
liche Herz und die Welt bleiben sich
eben immer gleich.

3. Das ist die Welt, in der wir
uns bewegen, deren Geist uns wie die
Luft umgibt, die ihre Fangarme bis
in unser Herz hineinstreckt, welches sel-
ber ein Stück Welt ist. Wie vermögen
wir den Einflüssen dieser Welt zu wi-
derstehen? Zuerst muß die Welt aus
dem eigenen Herzen vertrieben werden.
Ist ein Herz von Gottesfurcht und De-
mut erfüllt, so wird die Welt umsonst

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