Full text: Cramer, Wilhelm: ¬Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll

liche Mensch, das Kind Gottes, der Christ sollte
unentwickelt und klein und winzig bleiben! Wird
dann, wenn endlich später auch dieser, der Christ,
gepflegt und zu einem christlichen Leben angeleitet
werden soll, derselbe nicht gegen den unterdeß groß
und stark gewordenen natürlichen, verkehrten Men-
schen in der traurigsten Weise im Nachtheile sein
und leicht immer im Nachtheile bleiben? So der
Ismael, der Sohn der Magd im Hause Abrahams;
als Isaac, der Sohn der Verheißung, geboren
wurde, war jener schon herangewachsen; und was
geschah? ‘„Und Ismael verfolgte den Isaac.“’
(Gal. 4, 29.) – Und ist es nicht Gottes Wille,
daß der Mensch sein ganzes Leben Ihm und
seinem Dienste weihe? Daß Sein Kind, wozu Er
den Menschen in der Taufe hat wiedergeboren
werden lassen, von frühester, zartester Jugend an,
sobald sein Bewußtsein erwacht, als solches, als
Christ sich erweise und lebe, christlich denke und
sinne und rede und handele? Der Herr liebt die
Erstlinge ; grad diese zarten Erweisungen christ-
licher Frömmigkeit im Kinde, wie sind sie so kost-
bar vor Ihm! O, welch eine Verkennung der
Sache und der Wahrheit, keine Sorge zu haben,
daß das Kind vom ersten Beginne an seines höch-
sten Vorzuges, ein Kind Gottes, ein Christ zu sein,
sich würdig erweise! Sehen wir auf die Kinder
der Hohen und Großen dieser Welt: Welche
Sorge, welches Bemühen, daß die Kinder, sobald
sie nur Vorstand haben, sich in Allem so benehmen,
wie es der Weise, welche in diesen Kreisen herrscht,
den Regeln des Anstandes, der guten Sitte ent-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer