Full text: Cramer, Wilhelm: ¬Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll

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Alt gethan?" Lasset ein Kind in seinen ersten 
Jahren hin mit seinem Eigensinn, mit seiner 
Starrköpfigkeit, mit seinem Ungehorsam, mit seiner 
Mißgunst und Eigennützigkeit, mit seinem tückischen 
und boshaften Wesen, mit seiner Grausamkeit ge¬ 
gen Thiere, mit seiner Naschhaftigkeit und Ge¬ 
fräßigkeit, mit seiner Eitelkeit und Putzsucht, mit 
seiner Lügenhaftigkeit u. s. w.; und alle diese Feh¬ 
ler werden in ihm heranwachsen und gewissermaßen 
mit ihm verwachsen, und zur andern Natur werden 
und im Knaben und Mädchen schwer mehr zu 
überwinden sein und sich leicht in's ganze spätere 
Leben hineinziehen, als giftige Wurzeln, welche das 
Unkraut der Sünde immer von Neuem ersprießen 
lassen und das Wachsthum echt christlichen Wesens 
auf's Wesentlichste behindern — nur zu leicht zum 
zeitlichen und ewigen Verderben. 
Und doch hätte dieses Unkraut in den Jahren 
der Kindheit so leicht ausgerottet werden können! 
Also ernstwichtige Pflicht und Aufgabe ganz ins¬ 
besondere der Mutter, weil sie mehr Gelegenheit 
hat, am Ende es auch besser versteht, in den zarten 
Jahren den entsprechenden Einfluß auf ihr Kind 
auszüüben. 
Daher soll sie Acht haben auf die Fehler ihrer 
Kleinen. Vielleicht tritt der eine oder andere Feh¬ 
ler besonders an ihnen hervor. Und dann nicht 
lange zugesehen und gewartet! Nicht denken, das 
Kind ist noch so jung, es versteht nichts davon; 
später werde ich schon Sorge haben. O nein! je 
früher desto besser; nur früh gelingts. Es 
thut nicht Noth, daß das Kind die Häßlichkeit des 
Digitalsierungsvortage: 
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Derzbisel 
Max Planck institute for liuman Developme 
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