Full text: Cramer, Wilhelm: ¬Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll

Auch hier ist zuweilen das Erwünschte nicht, oder
nicht sofort möglich; aber das Mögliche thut der
Vater; und er muß es thun, es ist eben Pflicht,
heilige Pflicht des väterlichen Berufes. Was thut
Jedermann, der eine Summe Geldes bei einem An-
dern stehen hat, wenn dasselbe in Gefahr ist, verloren
zu gehen? Er ist darauf bedacht, er giebt sich alle
mögliche Mühe, um sein Geld in Sicherheit zu brin-
gen. Und wo es sich um so viel Kostbareres, um
Kinder, um ihr zeitliches und ewiges Wohl handelt,
sollte man es nicht so halten?

Leider wird's nur zu oft nicht also gehalten; Eltern
lassen sich in dieser Hinsicht eine ganz unbegreifliche
Sorglosigkeit und Gleichgültigkeit zu Schulden kom-
men; hintennach, wenn's zu spät ist, haben sie dann
freilich unter den üblen Folgen zu leiden; ihre eigenen
Söhne und Töchter sind ihre Buße; welches Herzen-
leid, welche Erfahrnisse, welche Vorwürfe! Also
‘„habet Acht auf die, über welche ihr gesetzt seid“’ !

c) Der Sohn (die Tochter) in der Wahl
des Berufes.

Wir haben hier insbesondere den Sohn im Auge.
Die seltenen Fälle, wo eine Tochter Beruf zum Or-
densleben in sich findet, ausgenommen, werden den
Töchtern für die Wahl ihres Berufes, ihrer schließ-
lichen Lebensverhältnisse meistentheils die entsprechen-
den Fingerzeige durch äußere Umstände nahegelegt;
wir kommen darauf zurück. Zunächst denken wir
also an die Söhne.

Also, was soll aus dem Kinde werden? – Soll er
studiren? – Soll er ein Geschäft, irgend eine Kunst,
ein Handwerk lernen? Welches? – Soll er Soldat

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