Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

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mehr zurückhalten; freudig bewegt gab sie dem Arzte 
die Hand und sprach: „Mit großer Freude nenne 
ich Sie meinen theuern Sohn. Ihre Gesinnung 
bürgt mir für Ihr und meiner Tochter Glück. Ja, 
wir Alle wollen mit einander beten und die heiligen 
Sakramente empfangen." Doch dabei ließ es der 
tugendhafte Arzt noch nicht bewenden. Acht Tage 
lang ließ er täglich das heilige Meßopfer für sich und 
seine Braut darbringen. Am schönsten und rührendsten 
aber war es, am Tage der Trauung selbst die Braut¬ 
leute mit Andacht an den Tisch des Herrn treten 
zu sehen, den Bräutigam begleitet von seinem ehr¬ 
würdigen Vater und seiner guten Mutter, die Thrä¬ 
nen der Freude und Rührung weinten, die Braut 
begleitet von ihrer Mutter und Großmutter, die mit 
all' ihren Kindern aus der Hand des opfernden 
Priesters die heilige Communion empfingen. 
Noch ein anderes Beispiel, das uns zeigt, wie 
ernst es brave christliche Brautleute mit der Vor¬ 
bereitung auf die Ehe nehmen. Ein junger, sehr 
reicher Herr, der im Begriffe stand, ein Fräulein 
zu heirathen, das ihm außer manchen Gaben des 
Geistes und des Körpers vier hundert tausend 
Mark mitbrachte, schickte seiner Braut jeden Mor¬ 
gen ein kostbares, theures Blumenbouquet. „Wie 
viel bezahlst Du dafür?" fragte die Braut einmal. 
„Fünfzehn Mark, 
antwortete der Bräutigam. „Wir 
P. Matthias, Die christliche Familie. 
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Max Planck institute for Hluman Developme
	        
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