Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

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erwiederte freundlich: „Das ist nicht möglich; meine 
Tochter ist seit zwei Tagen ein wenig unwohl; sie 
bedarf der Ruhe." „Es ist mir aber peinlich," war 
die Antwort des Arztes, „nicht einen Augenblick 
mit Ihrer Tochter allein reden zu können; kaum habe 
ich noch drei- oder viermal das Vergnügen gehabt, 
mit ihr zu sprechen und jetzt wollte ich ihr etwas 
Wichtiges mittheilen," „Ich will," sprach die Mutter, 
„sie rufen, wenn Sie es verlangen und Sie können 
dann in meiner Gegenwart mit ihr reden; meine 
Tochter hat noch nie mit einem Manne allein ge¬ 
sprochen." Darauf bemerkte der Bräutigam: „Nun 
ich kann wohl auch Ihnen meine Mittheilung machen 
und Sie haben dann die Güte, dieselbe meiner 
Braut zu überbringen. Selbst von religiösen Eltern 
erzogen, blieb ich stets unserer heiligen Religion 
getreu; ich betrachtete es als eine Ehrensache, den 
Vorschriften unseres Glaubens in jedem Punkte zu 
folgen, und je mehr ich meine Religion übte, desto 
größer und ehrwürdiger erschien sie mir. Wenn 
ich soeben eine Unterredung mit Ihrer Tochter 
wünschte, so geschah dies nur um sie zu bitten, 
durch eine gute Lebensbeicht und durch eifriges Ge¬ 
bet in den kommenden Tagen sich in den Stand zu 
setzen, mit dem Hochzeitssegen auch alle damit ver¬ 
bundenen Gnaden empfangen zu können." Bei die¬ 
sen Worten konnte die Mutter die Thränen nicht 
Senenenene 
una onet 
Mar lanc natut or unan besebomn
	        
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