Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

männlichen Alter, als sich sein Wirkungskreis so weit ausgedehnt hatte, vertauschte er den bescheidenen Wahlspruch seiner Jugend mit den zwei kühnen Worten: ‘»Plus ultra.!«’ , ‘„Immer weiter!"’ Ja ‘»nondum«’ , ‘„noch nicht"’ , das ist der rechte Wahl¬spruch für die Jugend. Sie hat ja noch keine große Leistungen aufzuzählen, hat sich noch nicht genug Kenntnisse angeeignet, hat sich noch keinen reichen Schatz von heilsamen Erfahrungen gesammelt, hat sich noch nicht bewährt in der Tugend und Tüchtig¬keit. Darum geziemt gerade der Jugend Demuth und Bescheidenheit und steht ihr Hochmuth und Stolz, Dünkel und hochfahrendes Wesen gar häßlich an. Merkt man solche Eigenschaften an ihr, so wendet man sich mit Verachtung von ihr weg. Aber das nicht allein; Stolz und Hochmuth lassen auch keine rechte Tugend bei Jünglingen und Jungfrauen aufkommen. Der Fels, der stolz sein Haupt in ganz ungewöhnliche Höhen erhebt, steht ja auch öde und kahl da und trägt keine reiche Frucht; diese findet sich in der Ebene und den Niederungen. Eine Jugend, die stolz ist, entbehrt der Gnaden Gottes und kann darum unmöglich tugendhaft sein. Er¬geben sich die Kinder maßlosem Stolz, so werdet ihr Eltern nur Bitterkeit, aber keine Freude an ihnen erleben. Darum müßt ihr bei euerer Er¬ziehung darauf Hinwirten, daß sie demüthig und Note: 16*

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