Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

und Neigung im Innern zur Geltung gekom¬men ist.

Das gute Gebet nun ist ein vortreffliches Mittel, das menschliche Herz zu veredeln. Im Gebete kommen ja die Leidenschaften, welche das Herz unedel und roh machen, zum Schweigen; im Gebete windet sich der Mensch los von der Erde und ihren nichtigen Gütern, die unser Denken und Wollen so leicht in die niedrige und unreine Tiefe hinabziehen; er tritt in geistigen Verkehr mit Gott und dieser Ver¬kehr kann nur veredelnd auf ihn einwirken. Er redet mit Gott und Gott redet mit ihm. Was aber Gott redet, kann nur gut und rein sein, kann den Menschen nur veredeln. So muß in jeder Be¬ziehung das gute Gebet einen heilsamen Einfluß auf sein Herz ausüben. Wo man dagegen nicht betet, da schwindet gar zu leicht der edle Sinn und die gute Neigung des Herzens. Kann man es nicht oft genug sehen, daß eine Jugend, die nicht mehr betet, allen Rohheiten und Ausschweifungen anheim fällt? Zeigt nicht die Geschichte, daß ein Volk, bei dem das Gebet außer Uebung gekommen ist, immer gefühlloser, grausamer und barbarischer wird, und daß der äußere Anstrich von Bildung, den es noch be¬sitzen mag, kaum mehr den innern Sumpf von Ge-meinheit und Rohheit zu verbergen im Stande ist? Wo man nicht mehr betet, da ersterben nach und nach

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