Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

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Vater. Alle Seelenkräfte des Betenden: Gedächtniß, 
Verstand, Herz und Wille vereinigen sich bei diesem 
Verkehre mit dem Allerhöchsten durch Lob, Preis, 
Anbetung, Sehnsucht, Verlangen und ganz besonders 
durch Acte des Glaubens, der Hoffnung und der 
Liebe. Denn im Gebete üben wir den Glauben 
an die göttliche Weisheit und Allmacht, an die lieb¬ 
reiche Vorsehung unseres Vaters im Himmel; wir 
üben ferner unsere Hoffnung auf die göttliche Güte, 
Barmherzigkeit und Treue in seinen Verheißungen; 
üben endlich auch die Liebe, diese schönste aller 
Tugenden, die da macht, daß wir Eines Geistes 
und Willens werden mit Gott, dem Geliebten unseres 
Herzens. Oder wer könnte diesem Flammenmeer 
der Liebe sich nahen, ohne selbst von heiligem Feuer 
zu erglühen? Das Herz der Jünger, die nach Emaus 
gingen, brannte vor Liebe und Eifer während sie 
sich mit Jesus unterhielten; so wird auch unser 
Herz entbrennen, wenn wir im Gebete mit Gott 
verkehren." So wird durch das Gebet die Ver¬ 
einigung und Verbindung mit Gott, also die Re¬ 
ligion in der schönsten und besten Weise bethätigt, 
unterhalten und gestärkt. Wo darum in der christ¬ 
lichen Familie fleißig und gut gebetet, besonders 
auch gemeinschaftlich gebetet wird, wo alltäglich die 
Eltern im Verein mit ihren Kindern solchen liebe¬ 
vollen Verkehr mit Gott unterhalten, wo in der 
Bnenenene 
I 
Erzbischöfliche Diö: 
Max Planck institute for Hluman Developme
	        
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