Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

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sie, so ist das ein großer Nachtheil für alle Ange¬ 
hörigen des Hauses, besonders aber für die Kinder. 
Manche Kinder erleben zu Hause nur wenig heitere 
Stunden; um so mehr Bitterkeiten haben sie von 
einem leidenschaftlichen Vater und einer zänkischen 
unzufriedenen Mutter zu erdulden. Sie empfangen 
auf diese Weise den Eindruck, als ob das elterliche 
Haus nur eine Art Zuchthaus für sie wäre. Daher 
suchen sie ihre Freude draußen und es bildet sich 
bei ihnen die Meinung, sich Vergnügen machen 
heiße so viel als aus dem Hause gehen, schwärmen 
und umher toben. Die armen Kinder empfinden 
kaum je eine edle Freude, und das ist für sie ein 
großes Hinderniß einer guten Bildung des Herzens. 
2. Um der Familie die Häuslichkeit zu be¬ 
wahren, erhalte und pflege man treu die gegen¬ 
seitige christliche Liebe. Wo wahre Liebe herrscht, 
da wird die Familie gewissermaßen zu einem Heilig¬ 
thume, das den Angehörigen derselben überaus 
theuer ist, und deshalb fühlt man kein großes Be¬ 
dürfniß nach äußerer Zerstreuung und Lustbarkeit. 
Man fühlt sich dann nirgends glücklicher als zu 
Hause bei den Seinigen. Fehlt dagegen einer Fa¬ 
milie diese gegenseitige Liebe, so wird dem Menschen 
das eigene Haus verleidet; er ist froh, wenn er nur 
möglichst wenig in demselben zu verkehrem braucht 
und wirft sich darum der Zerstreuungssucht in die 
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Meneneae 
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Erzbischöfliche Diö: 
Max Planck institute for liuman Developme 
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