Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

in welchem zwei Gärtner arbeiten, die sich in Allem widersprechen und von denen der eine immer das Gegentheil von dem thut, was der andere will? Er muß einen höchst traurigen Anblick gewähren und unmöglich kann er herrliche Früchte und Blu¬men in großer Anzahl hervorbringen. Die tägliche Erfahrung zeigt uns, daß es ebenso bei Kindern geht, deren Eltern bezüglich der Erziehung sich in Allem widersprechen; sie sagt uns, daß solche Kin¬der gewöhnlich nie im Leben eine feste Tugend erlangen und eine segensreiche Wirksamkeit ent¬falten.

Wie können die Kinder einer Familie, in der Unfriede wohnt, gut und fromm werden, da ja keine guten Gedanken und sanfte Gefühle in ihre Herzen einziehen? Aus guten Gedanken und Ein-drücken baut sich zum großen Theile die Erziehung auf. Nun aber geben uneinige Eltern den Kindern nur das Beispiel des Zankes und der Streitsucht, das Beispiel der Rohheit und das Beispiel des Ungehorsams und des Trotzes. Muß dadurch nicht aller edle, himmlische Sinn in dem Kinderherzen erstickt werden? Mögen auch die Eltern zuweilen noch ermahnen und warnen, was wird es nützen? Gar nichts; denn hier bestätigt sich der Ausspruch des heil. Ambrosius: ‘„Es mag Jemand noch so zierlich reden, so lerne ich das, was nützt, doch besser durch gute Beispiele als durch eine herrliche Rede; denn schneller überzeugen mich die Augen von dem, was sie sehen, als das Ohr mir das beibringen kann, was vorübergeht. Was man hört, vergißt man schnell; was aber vor Augen liegt, sieht man immer."’

Wie können endlich in einer durch Uneinigkeit zerrissenen Familie die Kinder gut gedeihen und recht christlich werden, da auf eine solche Familie nicht der Segen, sondern der Fluch Gottes sich senken muß. Gott ist ein Gott des Friedens und der Liebe; er segnet darum nicht Eltern, die in Uneinigkeit mit einander leben; er breitet nicht seg¬nend seine Hand aus über ein Haus der Zwietracht, über ein Haus, das ein Abbild der Hölle ist. Eine Erziehung ohne den Segen Gottes, eine Erziehung in einem Hause, auf dem der Fluch des Himmels ruht, kann keine glückliche und erfolgreiche sein. Möchten das alle Eltern doch wohl bedenken und es sich recht zu Herzen nehmen. Möchten sie doch vor dem furchtbaren Gerichte zurückschrecken, welchem Uneinigkeit und Zwietracht sie entgegenführt. Am besten ist es für die Erziehung, wenn die Eltern der Art in Liebe und Frieden mit einander leben, daß die Kinder eine Uneinigkeit, selbst nur einen kleinen Wortwechsel zwischen ihnen für unmöglich

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