Metadaten : Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

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barkeit.  Reicht  man  einem  Armen  ein  Almosen,
ein  Stücklein  Brod,  so  spricht  er  dafür  seinen  Dank
aus.  Besucht  man  einen  Kranken,  der  elend  auf
seinem  Schmerzensbette  liegt,  und  bringt  ihm  eine
kleine  Labung,  so  wird  er  davon  ganz  gerührt  und
mit  Thränen  in  den  Augen  dankt  er  für  unsere  Liebe
und  Theilnahme.  Hätte  der  Kranke  für  den  liebevollen -
  Besucher  kein  Dankeswort,  äußerte  er  sich
roh  und  herzlos  gegen  denselben,  so  würde  man
mit  vollem  Rechte  ein  solches  Benehmen  mißbilligen
und  strenge  tadeln.  Denn  Undank  ist  häßlich,  überaus -
  häßlich  am  Menschen.  Darum  sagen  wir  auch:
schwarzer  Undank.
Wie  unbedeutend  nun  erscheint  eine  solche  kleine
Wohlthat  gegen  all'  das  Gute,  was  die  Eltern  den
Kindern  erweisen.  Ja,  ihr  Kinder,  die  ihr  diese
Zeilen  leset,  denket  doch  einmal  nur  einige  Augenblicke -
  darüber  nach,  was  die  Eltern  Alles  für  euch
gethan  haben.  Euere  Mutter  hat  euertwegen  manche
Beschwerden  und  Schmerzen  ertragen;  sie  hat  euch
mit  einer  unaussprechlichen  Zärtlichkeit  und  Sorgfalt -
  gepflegt,  da  ihr  in  jeder  Beziehung  schwach,
hilflos,  armselig  waret;  ohne  ihre  Sorgfalt  wäret
ihr  in  wenigen  Tagen  eines  elenden  Todes  gestorben. -
  Sie  hat  euch  auf  ihren  Armen  getragen  und
mit  ihren  Liebkosungen  überhäuft,  noch  ehe  ihr  sie
verstehen  konntet;  sie  hat  euertwegen  auf  manche
7*
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