Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Der christliche Mann in seinem Glauben und Leben

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sich selbst, hat ein Reich gegründet so groß und um¬ 
fangreich, so mächtig und tief in die Menschheit ein¬ 
dringend, wie nie, seitdem die Welt steht, Könige und 
Kaiser ein solches gründen konnten, mochte ihnen auch 
die größten und schlagfertigsten Heere zu Gebote stehen 
und mochten sie selbst und ihre Soldaten auch den un¬ 
erschrockensten Muth und die zäheste Tapferkeit und über¬ 
legendste Klugheit besitzen. Und gegen dieses Reich 
Jesu hat sich die ganze Welt erhoben, um es vom Erd¬ 
boden zu vertilgen. Mächtige Fürsten und listige Philo¬ 
sophen, fanatische Götzenpriester und wüthende Volks¬ 
massen haben sich miteinander verbunden, um es un¬ 
barmherzig zu Grunde zu richten. Doch mächtiger als 
alle Regenten und Staatsmänner, als alle Philosophen 
und Gelehrte, als alle Götzenpriester und rasende Volks¬ 
haufen war der arme, verachtete, wundgeschlagene Jesus 
mit der Dornenkrone auf dem Haupte, dem Spottmantel 
um die Schultern und dem zerbrechlichen Schilfrohre in 
der müden, zitternden Hand. Die Macht und Weis¬ 
heit der ganzen Hölle und Welt konnte ihn nicht be¬ 
siegen, weil in ihm die Fülle der Gottheit wohnt. 
Doch noch mehr. Selbst das persönliche Schicksal, 
wenn man sich bei Jesus so ausdrücken darf, das ihn 
nach seinem Tode traf, zeigt uns klar, daß wir es bei 
ihm nicht mit einem bloßen Menschen, sondern mit 
Gott zu thun haben. Nie ist je ein Mensch nach seinem 
Tode so geliebt, so gehaßt worden und hat solchen Ruhm 
erlangt, wie Jesus Christus. Das wollen wir in diesem 
Kapitel etwas näher betrachten. 
Digtaliserungsvortage: 
 
Max-Planck-Institut für Bildungsforschunc
	        
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