Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Der christliche Mann in seinem Glauben und Leben

seinem Panier erwählt und durch Wort, That und
Beispiel die Seinigen zur Treue gegen Jesus Christus
anleitet. Tugend, Friede und Glück werden unter der
Leitung und Führung eines solchen Hausherrn aufblühen.

‘„ Die Hand thu' auf .“’ Mit diesen Worten
wird der Familie die christliche Wohlthätigkeit empfohlen.
Eine kluge und geregelte Wohlthätigkeit bringt dem
zeitlichen Wohlstand durchaus keinen Nachtheil. Ein
Landmann geht im Frühjahr über seinen Acker hin
und wirft mit voller Hand verschwenderisch Getreide
um sich. Da tritt ein Wanderer an ihn heran und
spricht: ‘„Willst du denn durchaus verarmen? Wozu
denn diese leichtsinnige Verschleuderung deiner vielen
Fruchtkörner? Nimm sie doch und trage sie in die
Mühle, damit du dir kräftiges Brod aus denselben be-
reiten kannst.“’
Aber der Landmann sieht den Sprecher
erstaunt an und erwiedert: ‘„Schweige, du unwissender
Mensch, und sei nicht gar zu besorgt um mich. Von
jedem Samenkorne, das ich jetzt ausstreue, hoffe ich
eine dreißig–, vierzig–, ja fünfzigfältige Frucht zu
ernten. Schon sehe ich im Geiste die blühenden Halme,
die herrlich wogende Saat, die reichen, vollen Garben,
die ich freudig in meine Scheune fahren werde.“’

Aehnlich ist es auch mit dem Almosen, das Jemand
nach seinen Vermögensverhältnissen aus Liebe zu
Gott dem darbenden Mitmenschen reicht. Es bringt
dem Wohlthäter und seiner Familie den Segen Gottes.
‘„ Wer dem Armen gibt, dem wird nichts
mangeln; wer aber von einem Bittenden
sich wegwendet, der wird Mangel leiden
.“’

(Sprüchw. 28, 27.) Und der heil. Franz von Sales
sagt: ‘„Schon in diesem Leben wird man durch Almosen
einen großen Nutzen erhalten theils an Gütern, theils
an Gesundheit, theils an andern Dingen.“’

Der wahrhaft christliche Familienvater glaubt an
die Verheißung des Segens, die Gott der Barmherzig-
keit gegeben, und weiß, daß diese Tugend dem gött-
lichen Heilande besonders angenehm ist, und er darum
dem Wohlthätigen seine Huld und ein gnädiges Ge-
richt versprochen hat. Deshalb sieht er darauf, daß
diese schöne, echt christliche Tugend in seinem Hause
fleißig geübt wird. Sonst ist er sparsam, hütet sich
sorgfältig vor nutzlosen und verschwenderischen Aus-
gaben, aber wo es gilt, einen armen und verlassenen
Kranken zu unterstützen, einem dürftigen Waisenkinde
zu einer gediegenen Erziehung zu verhelfen oder zu
einem nützlichen Zwecke eine Unterstützung zu bieten,
da hat er ein mitleidiges Herz und eine offene Hand
und reicht gern seine Gabe, um fremdem Elend zu
steuern. Seine Gattin kennt diesen seinen christlichen
Sinn, freut sich darüber und steht ihm nicht nach im
Wohlwollen gegen Arme und Nothleidende. So freut
sich denn Gott im Himmel über die Mitglieder einer
solchen Familie, in der man seine freigebige Güte
nachzuahmen sucht, und bei Allen, mit denen sie zu-
sammenkommen, finden sie Liebe und Vertrauen; denn
das ist ja dem Wohlwollen eigen, daß es sich die
Herzen erobert.

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