Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Der christliche Mann in seinem Glauben und Leben

und schütteln, daß alle Aeste und Blätter zittern, der
gewaltige Stamm der Eiche zittert nicht; er steht fest
und unbeweglich da, mögen auch die schlanken Tannen
um sie herum entwurzelt oder zerbrochen werden, als
wenn es nur leichte Stäbe wären. Aehnlich soll auch
der Mann unerschrocken festhalten an dem einmal er-
kannten Guten, soll feststehen in der Treue gegen seinen
Herrn und Gott, mögen die Stürme um ihn herum
noch so heftig entbrennen und mögen noch so viele
schwachen Geister wankend und untreu werden. Dann
ist er ein wahrer, ein echter Mann, der Allen, selbst
seinen Gegnern Achtung abnöthigt. Ist dagegen schon
eine spöttische Miene, eine thörichte Bemerkung von
faden Schwätzern im Stande, ihn in Schrecken zu
bringen und seiner Pflicht untreu zu machen, dann mag
er nur den Ehrennamen ‘„Mann“’ ablegen; denn er ist
nur ein feiges, schwaches Kind und mag er auch vier-
zig Jahre alt und so groß und stark sein wie der Riese
Goliath. Er zeigt sich feiger und thörichter als selbst
das unvernünftige Thier.

Im Sommer oder Herbste wo das Obst und die
Früchte reifen, kann man zuweilen wahrnehmen, daß
Gärtner oder Ackersleute einen Strohmann in den Gar-
ten oder auf das Feld hinausstellen. Man will den
Vögeln Furcht einjagen und sie verscheuchen. Darum
gibt man einer solchen Gestalt gerne eine möglichst
phantastische Kopfbedeckung und einen schweren drohen-
den Stab oder eine lange Gerte in die Hand. Doch
die Furcht und Angst der Vögel dauert nicht lange:

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