Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Der christliche Mann in seinem Glauben und Leben

tem Geschwätz, sondern von wichtigen Gründen in sei-
nem Thun und Lassen sich bestimmen läßt. Darum
sagt der große Weltapostel von sich selbst: ‘„Als ich
noch ein Kind war, dachte ich wie ein Kind; nachdem
ich aber ein Mann geworden, legte ich das Kindische
ab.“’
(1 Cor. 13, 11.) Wenn wir hören, daß die
Wilden von den Europäern werthloses, gefärbtes Glas
annehmen und dafür sehr kostbare Diamanten hingeben,
so sagen wir gleich: Nun diese armen Menschen stehen
noch auf den Stufen der Kindheit; sie wissen noch nicht
zu unterscheiden und zu urtheilen, wie es Männer thun
sollen. Ja Männer sollen denken, sollen den Verstand,
mit dem Gott sie ausgerüstet, gebrauchen und in ihrem
Handeln von vernünftigen Gründen sich bestimmen
lassen. Das thut aber ein Mann nicht, der an der
Menschenfurcht krank ist und darum nur nach dem Ge-
rede anderer Leute sich richtet. Heißt das z.B. als
Mann denken und sich als Mann von der gesunden
Vernunft leiten lassen, wenn Jemand wohl einsieht, daß
diese oder jene Gesellschaft ihm sehr nachtheilig und ge-
fährlich ist, sie aber dennoch nicht meidet, bloß aus
Furcht vor einigen spöttischen Bemerkungen, die er sonst
vielleicht hören müßte? Heißt das als Mann sich von
der gesunden Vernunft bestimmen lassen, wenn Jemand,
obgleich er weiß, was er von der Kirche, ihren Lehren
und Gebräuchen zu halten hat, dennoch so spricht und
sich benimmt, als stehe er der Kirche innerlich fremd
und achte sie nicht, und wenn er das bloß deshalb thut,
weil andere leichtsinnige und innerlich verkommene

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