Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Der christliche Mann in seinem Glauben und Leben

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anderer Zeit noch herzloser, kälter und roher gegen den¬ 
selben sein? So sind auch Männer, die am Sonntage, 
am Tage des Herrn, es sich nicht angelegen sein lassen, 
Gott nach dem Wunsche und der Vorschrift der Kirche 
zu ehren, an den übrigen Tagen noch gleichgiltiger 
gegen ihn; sie werden immer undankbarer, herzloser und 
roher gegen ihren Vater im Himmel; alle Liebe zu 
ihm, alles religiöse Leben erstirbt nach und nach in 
ihrem Herzen. So hängt denn die Blüthe und der 
gute Stand der christlichen Religion ganz eng zusammen 
mit der treuen Haltung des Sonntages. Man kann 
immer finden, daß ein Volk in dem Grade irreligiös 
und gottlos ist, als es den Tag des Herrn entheiligt. 
Das hat der Feind Gottes und der Menschen schon 
vor Jahrtausenden erkannt und darum den Gottlosen 
den Rath gegeben: „Lasset uns abschaffen alle Festtage 
des Herrn im ganzen Lande" (Ps. 73). Nur ein Volk, 
das den Sonntag noch heilig hält, ist ein gutes, 
frommes und christliches Volk. 
2. 
Durch die Entheiligung des Sonntags 
wird die Sittlichkeit untergraben. Um sitt- 
lich gut zu sein, dazu ist mehr nothwendig als eine 
starke Körperkraft und großer natürlicher Muth. Es 
kann Jemand körperlich ein Riese sein, kann mit un- 
erschrockenem Muthe in einer heißen Schlacht kämpfen 
und den glänzendsten Sieg über den mächtigsten äußern 
Feind davon tragen und doch dabei ganz sittlich schwach 
Digitalisjerungsvorlage: 
 
 
Max Planck institute for Hiuman Developme
	        
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