Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Der christliche Mann in seinem Glauben und Leben

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Felsenschlucht, in die nie oder äußerst selten ein Sonnen¬ 
strahl hineinfällt. Wird euer Auge vielleicht erfreut 
durch den Anblick schöner Blumen oder euer Ohr er¬ 
götzt durch lieblichen Gesang munterer Vögel, die sich 
hier mit Vorliebe aufhalten? Nein; ihr schauet dort 
keine Blume, kein üppiges Grün, keine schön gefiederten 
Sänger; nur Kälte, nur Finsterniß, nur Tod starrt 
euch entgegen. Aehnlich ist es mit dem Menschenherzen, 
das sich dem Lichte der Gnade Gottes verschließt. Mag 
sein Schlag auch noch so kräftig und gesund sein, im 
Innern findet sich doch kein Leben, das Gott erfreut 
und Bedeutung hat für den Himmel. Wenn nun der 
Mann in der Woche fast nur an das Irdische denkt, 
nur für den Staub, nur für die Arbeiten seines Ge¬ 
schäftes lebt und dann auch nicht einmal am Sonntag 
sein Herz für Gott und für den Himmel erschließt, wie 
kann dann die Gnade von Oben in dieses Herz ein- 
dringen, wie es mit ihrem göttlichen Lichte und ihrer 
himmlischen Wärme beleben? Und so muß denn die 
Religion, die ja vor Allem innere Lebensverbindung 
mit Gott ist, in dem Herzen eines Mannes, der oft 
den Sonntag entheiligt, immer mehr verkümmern; ein 
solcher Mann wird ohne Gott, ohne seine Liebe, ohne 
seine Gnade dahinleben, und groß ist die Gefahr, daß 
er auch ohne Gott dahinstirbt. 
Doch man sagt: Man kann ja aber auch an den 
Wochentagen an Gott denken, ihn lieben und zu ihm 
beten; man kann also Religion haben, ohne gerade den 
Sonntag sich dazu zu nehmen. Nur Eines will ich 
Digitalisierungsvortage 
 
 
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