Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Der christliche Mann in seinem Glauben und Leben

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ihm immer wieder erneuert; wir werden wieder recht 
lebendig bewußt, daß wir seine theuren Kinder sind und 
dieses Bewußtsein ist auch für das Herz des kräftigen 
Mannes ein heller Sonnenschein, der ihm Friede und 
Freude bringt. 
Wenn man dagegen in der Woche wenig an Gott 
denkt und dann auch am Sonntag von Gebet, von 
Besuch der Kirche, von Acten der Liebe Gottes nichts 
wissen will, muß dann nicht das innige Band, das den 
Menschen mit ihm verbindet, immer mehr gelockert 
werden? muß dann nicht der Glaube immer mehr im 
Herzen des Christen ersterben? Ja dann kommt es bald 
so weit, daß der Mann seinen allmächtigen Gott ganz 
vergißt, daß er dahin lebt, als ob es für ihn keinen 
Schöpfer, keinen Erlöser, keinen dereinstigen Richter 
gäbe. Der Mann, der trotz seiner Kraft doch nur ein 
schwaches Staubgebilde ist, das heute sein Haupt hoch 
trägt und morgen als kalte, starre Leiche regungslos 
daliegt, will sich selbst sein Gott sein; ganz eingenommen 
von seinen vermeintlichen Vorzügen und Leistungen, 
betet er seine eigene Armseligkeit an und verlangt auch 
von Andern Anbetung derselben. 
Sollen wir wirklich Religion haben, soll sie unser 
Inneres ganz durchdringen, unser Herz veredeln und 
herrliche Früchte in demselben hervorbringen, so muß 
oft und warm die Gnade Gottes in unser Inneres 
hineinleuchten. Ohne das Gnadenlicht von Oben kann 
der Glaube sich nicht in uns erhalten, kann er nicht 
zur herrlichen Blüthe sich entwickeln. Schauet in eine 
P. Matthias, Der christl. Mann. 
Digitalisierungsvorlage. 
 
L 
Max Planck Institute for 
ungsforschung
	        
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