Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Der christliche Mann in seinem Glauben und Leben

Welt sich erobere, daß sie den heidnischen Götzendienst
stürze, und doch besaß dieser Götzendienst das Ansehen
eines hohen Alterthums; er war geschützt durch die
Macht und die Waffen der Könige und der Heere; er
war eng verbunden mit dem Staatswesen der stärksten
Völker. Man betrachtete die heidnischen Gottheiten als
diejenigen, denen man die Größe und Macht des
Staates zu verdanken habe. Feldherrn und Kaiser opferten
ihnen ihre Lorbeeren, die sie durch ihren Beistand er-
rungen zu haben glaubten. Der Auftrag will, daß
statt dieser gefeierten Götter Jesus von Nazareth, der
bis zum dreißigsten Jahre in einer armen Werkstätte
Hobel und Säge führte, der während den drei Jahren
seines öffentlichen Lebens mit Schmach überhäuft und
schließlich auf Golgatha zwischen zwei Mördern an's
Kreuz geschlagen wurde, daß dieser verachtete und ge-
kreuzigte Mann als der wahre Gott, als der Schöpfer
Himmels und der Erde den gebildeten und stolzen
Griechen und Römern und den übrigen heidnischen
Völkern gepredigt und von ihnen über Alles verehrt
und geliebt werde, so daß sie bereit seien, für ihn
Alles, selbst Blut und Leben hinzugeben. Der Auftrag
will, daß man die mächtigen Römer, die feinen Griechen
und die übrigen Heiden anleite, auf das bloße Wort
des Gekreuzigten hin und aus Liebe zu ihm die liebsten
Neigungen des Herzens zu bekämpfen, daß man
die Hochmüthigen bewege, sich selbst zu verachten, die
Habsüchtigen, ihr Herz von den irdischen Gütern los-
zuschälen und barmherzig zu sein, die Sinnlichen und

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