Inhaltsverzeichnis : Ausführliche Erläuterung der Pandecten nach Hellfeld (Theil 30, Abt. 2)

De  administratione  et  periculo  tutorum  etc.  319
cis  obnoxius  sit,  quique  idoneum  venditorem??
et  magnos  reditus  habeat.  Licentiam  enim  et  hoc
agendi  illi  concedimus  :  atque  sciat,  si  quid  horum ¬
  nèglexerit,  periculum  huius  emtionis  ad  ipsum ¬
  spectaturum.
Justinian  machte  also  auch  nicht  einmal  den  Ankauf ¬
  von  Grundstücken  den  Vormündern  mehr  zur  Pflicht,
vielleicht  weil  gegen  die  vielfachen  gesetzlichen  und  privilegirten ¬
  Hypotheken  kaum  die  größte  Vorsicht  den  Käufern
Sicherheit  zu  gewähren  vermochte.
2)  Wenn  hingegen  der  Mündel  nur  soviel  Geld  im  Vermögen ¬
  hat,  daß  die  Zinsen  davon  kaum  zu  seinem  und  der  Seinigen ¬
  Unterhalt  hinreichen,  so  macht  es  hier  die  Noth  dem
Vormunde  zur  Pflicht,  mit  der  verzinslichen  Anlage  der
Pupillen=Gelder,  als  redlicher  Mann,  eine  solche  Einrichtung ¬
  zu  treffen,  wie  er,  wenn  er  selbst  in  diesem  Nothstande ¬
  sich  befände,  handeln  würde.  Die  hierher  gehörigen
Worte  des  Kap.  VIII.  lauten  also:
Si  vero  minori  tanta  solum  sit  pecunia,  ut
usurae  eius  vix  ad  ipsum,  illosque,  qui  ad  eum
pertinent,  alendos,  atque  ad  reliquam  vitae  sustentationem ¬
  ipsi  praebendam  sufficiant,  tum  necessitatis ¬
  ratio  nos  etiam  huc  vocat,  ut  curatores  ad
Deum  respicientes,  administrationem  tanquam  in
suis  rebus  peragant.
92)  Idoneus  venditor  ist,  wie  CUJACIUs  Exposit.  Novellar.
ad  h.  Nov.  sagt,  locuples,  ut  de  evictione  cum  effectu
conveniri  possit.  Marezoll  in  den  angef.  Bemerkungen =
  II.  §.4.  S.  52.  erklärt  den  venditor  idoneus  so,  bey  dem
wegen  Hypotheken  nicht  leicht  etwas  zu  befürchten  sey.
            
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