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Berechtigte, wenn sich der Schuldner der Erfüllung entzieht, statt
des ursprünglichen Gegenstandes den Werth desselben in Anspruch
nehmen!). Bei Ausmittelung des Werthes hat man in Fällen der
ersten Art auf die Entstehungszeit der Forderung?), in denen der
zweiten Art auf die etwa festgesetzte Erfüllungszeit3), und in Ermangelung ¬
einer solchen Bestimmung auf die Zeit des rechtskräftigen
Ist der Verpflichtete wegen Schuld oder
Urtheiles zu sehen*).
Säumniß (§. 236, 246) zur Leistung des vollen Interesse verbunden, ¬
so kann auch der höhere Werth, welchen die Sache in einem
anderen Zeitpunkte seit dem Eintritte der Verpflichtung zum Interesse ¬
gehabt hat, bei der Schätzung in Betracht kommen?). Ist der
1) Bal. z. B. fr. 1 pr. de act. emt. vend. (19, 1). Seufferts Archiv II.
Nr. 154. Eine auf die aestimatio gerichtete Forderung ist es, wenn der
Promissar die Preisdifferenz verlangt, d. h. die Differenz zwischen der ihm
obliegenden Gegenleistung und dem Marktpreise, welchen die nicht gelieferte
Sache am Erfüllungstage hatte. Vergl. Note 3. Seufferts Archiv
Bd. 1 Nr. 44. S. unten §. 246 Note 4; §. 324. — Auch in solchen
Fällen, wo der ursprüngliche Gegenstand geleistet wird, kann eine Werthserhebung ¬
vorkommen, sowohl zur Veranschlagung einer Deterioration, für
welche der Verpflichtete zu haften hat, als zur Ausmittelung der Vergütung
für die mittlerweile eingetretene Minderung im Verkaufswerthe der Sache,
zu deren Entrichtung eine Verpflichtung wegen Mora oder (bei Vindicationen) ¬
wegen Unredlichkeit des bisherigen Besitzes stattfindet. Vergl.
Savigny, System Band 6 §. 277. Seufferts Archiv Band 4
Nr. 21, 22.
2) Fr. 37 mand. (17, 1); fr. 28 de novat. in fine (46, 2): „In altera vero
ea existimatio venit, quae stipulationis tempore fuit.“ Ygl. fr. 10 §. 1
de neg. gest. (3, 5); fr. 2 §. 4 in f. de lege Rhodia (14, 2).
3) Fr. 12 §. 1 siquis cautionibus in judicio (2, 11) ; fr. 22 de R. C. (12, 1);
fr. 4 de condict. triticiaria (13, 3); fr. 59 de verb. obl. (45, 1) ; fr. 11
de re jud. (42, 1). Seufferts Archiv Bd. 1 Nr. 44 und 37, wo es
sich von dem Einwande handelt, der Marktpreis der Lieferungszeit konne
deßwegen nicht zur Norm dienen, weil er durch häufige Schwindelgeschäfte
erzeugt worden. S. auch ebd. Bd. 4 Nr. 21.
Fr. 22 de R. C.; fr. 4 de condict. triticiaria ; fr. 3 §. 2 commod. (13, 6);
4)
fr. 37 mandati (17, 1). Bei judiciis stricti juris wurde auf die Zeit
der Litiscontestation gesehen. Vergleiche Savigny a. a. O. §. 275
bis 277.
5) Fr. 3 §. 3, fr. 21 §. 3 de act. emt. vend. (19, 1). Vgl. fr. 8 §. 1 de
condict. furt. (13, 1); fr. 3 de cond. trit. (13, 3). Bei Gegenständen,
3
Seuffert, Pandektenrecht. Bd. II.