Christiani Henrici Eckhardi,
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sehr begünstiget worden, kömmt nach unserer Meinung -
eben so wenig aus der Stoischen Philosophie. -
Denn wir finden schon in den zwoͤlf Tafeln
die vindicias secundum libertatem, welche eine
sehr grosse Gunst=Bezeugung gegen die Freyheit
war. Diese Gunst-Bezeugung hat auch ohne
Zweiffel gleich mit den Freylassungen selbsten ihren -
Anfang genommen: Diese aber sind schon unter -
den Koͤnigen sehr weißlich eingefuͤhret worden,
damit es eine Gelegenheit seyn möchte, die Republick -
mit neuen Buͤrgern zu vermehren: als worauf, -
als ein hauptsächliches Mittel sie mächtig zu
machen, die Römer sehr eifrig sahen, wie man aus
der gantzen Römischen Historie darthun kan.
p. 112.
Der Haß der Roͤmer gegen die Zinsen von ausgeliehenen -
Capitalien, soll nach des Herrn Verfassers -
Meinung gleichfalls aus dem Stoischen
Glauben entsprungen seyn: weil Seneca die Zinsen -
humanae cupiditatis extra naturam quaesita nomina -
nennet. Allein, wir halten dafür, daß man
den Grund zu diesem Hasse viel sicherer in der Römischen -
Historie finden könne. Die Patricii drückten -
im Anfange der Roͤmischen Republick vor der
Ankunft der Philosophen in Rom, das gemeine
Volck sehr hart mit Zinsen. Wenn ein armer
Schuldner nicht mit Gelde bezahlen konte, muste
er seinem harten und geitzigen Gläubiger mit seinem -
Leibe Genugthuung verschaffen. Er wurde
ihm nicht anders als sein Sclave uͤbergeben. Dergleichen -
Schuldner hiessen nexi, adiudicati, addi¬Ci, -
und wurden vielmals auf die grausamste Art
gehalotage -
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