Volltext : Mayer, Johann Tobias: Anfangsgründe der Naturlehre zum Behuf der Vorlesungen über die Experimental-Physik

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II.  Kap.  Von  d.  allg.  Körperphänomenen.
§193.
Der  Erfahrung  zufolge  können  feste  Körper ¬
  in  flüssige,  und  flüssige  in  feste  übergehen.
ja  ein  und  derselbe  Körper  kann  bey  einem
gewissen  Grade  der  Wärme  oder  Temperatur
fest,  bey  einem  andern  flüssig  seyn,  und  da
dieß  bey  einer  sehr  großen  Menge  von  Körpern ¬
  der  Fall  ist,  so  soll  nach  der  Meinung  der
meisten  neuern  Naturforscher  die  Flüssigkeit
überhaupt  nur  von  der  Wärme  herrühren,  in
einem  absolut  kalten  Zustande  jeder  Körper
aber  fest  seyn.  Allein  da  alle  Flüssigkeit  nur
in  der  äußersten  Verschiebbarkeit  der  Theile
ihren  Grund  hat,  diese  Verschiebbarkeit  aber
nur  eine  Modification  der  Cohäsionskraft  ist,
und  also  auch  ohne  den  Beykritt  von  Wärme
gedacht  werden  kann,  so  möchte  jene  Behauptung, =
  daß  es  ohne  Wärme  keinen  originellflüssigen =
  Zustand  geben  könne,  doch  wohl
noch  eines  schärfern  Erweises  bedürfen.
§  94.
Ueberhaupt  darf  ja  nur  auf  irgend  eine
Weise  in  der  Cohäsion  zwischen  den  Theilen
eines  Körpers  eine  Aenderung  vor  sich  gehen
(und  das  kann  ja  gar  wohl  durch  andere  Kräfte
als  die  der  Wärme  geschehen),  so  wird  die
Form  desselben  sich  abändern  müssen.  In  vielen ¬
  Fällen  werden  feste  Körper  durch  flüssige
            
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