mit falschen Denuncirungen unschuldiger Leute.
rio meine Gedancken uͤber des Jani Philadelphi Schrifft de optima Christianorum -
secta eroffnet, und dabey in den 5.8. daselbst folgendes gemeldet:
Jedoch kan ich dieses nicht bergen, daß ich lieber gewolt, Janus -
Philadelphus hätte seine Meinung von denen Mängeln der
Protestirenden Geistlichkeit, und sonderlich der Priester, etwas
verb uͤmter gegeben, nicht daß ich ihn beschuldigen wolte
als habe er hierinnen unrecht gehandelt, sondern weil auch
unter demjenigen, so mit Fug und Recht geschehen kan, um
terschiedene grade sind, von welchen einer besser als der andre
ist, und viel wackere Leute der Meinung sind, daß wenn man
mit der Priesterschafft zu thun, man lieber der Sache zu wenig -
thun, als sich des strengen Rechts gebrauchen solte. Solches -
desto besser zu verstehen, kan ich nicht umhin, dem
Leser einen artigen locum aus des Mons. de la Fontange seiner
Voyage par les Pays Bas, die Anno 87. zu Amsterdam gedruckt
worden, zu commuriciren, massen derselbe uͤberaus a propos
kömmt, und das Büchelgen sehr rar ist. Als ich, spricht er
p. 264. seqq. Anno 72. nach L. (ich glaube, daß er Leyden meinet
kam, kehrte ich bey dem Herrn Socrate ein. Dieses ist ein Mann
von überaus grossen meriten/ der nebst einer galanten und soliden -
Gelahrheit in Geistlichen, historischen und politischen Wissenschafften -
auch eine ungemeine Klugheit besitzet, weßwegen
er auch, und weil er seinen Vaterlande sehr viele nützliche
Dienste eine lange Zeit geleistet, die hoͤchste Ehren=Stelle in
besagter Stadt erlanget hat, und von jedermann mit gebuͤhrender -
submission geehret und geliebet wird. Mein Vater harte -
in seiner Jugend viel Wohlthaten von ihm genossen, und
hatte mir ihn dannenhero für andern recommendiret. Und ich
muß bekennen, daß ich an ihm ein rares Exempel, und dergleichen -
ich sonsten nicht leichte angemercket, gewahr worden.
Denn ob er gleich anfienge, in ein hohes Alter zu treten, ich
aber damahlen in der besten Bluͤthe meiner Jahre war, so erwiese -
er mir doch so viel Höfflichkeit, und wuste sein Ehrwürdiges -
Alter mit meiner wenig verständigen Jugend dergestalt
zu temperiren, daß ich des Vergnuͤgens, welches ich aus seiner
Conversation genossen, nie vergessen werde. Er suchte mich zu
erfreuen alle dienliche Mittel herfür, und wiewohl es im
Winter war / so vergnügte er mich doch so gut, als es die Jahrs=(Jur. -
Händ. III. T.)
Zeit
Staatsbibliothek
Max-Planck-Institut für
zu Berlin