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Die Engländer, und fast gleichzeitig die Lander deutscher Zunge,
versuchten, das feinere Spanische Schaf heimisch zu machen.
Der Versuch glückte, und die zum starken Handelsartikel erhobene ¬
feine Wolle brachte einen solchen Umschwung in die
Schafhaltung, daß wir, gegen 50 Jahre früher, mindestens
eine Verdoppelung des Schafviehbestandes annehmen können.
Was früher nicht geschah, wurde jetzt praktisch, ein besonderer
Handel mit feinen Schafen (besonders Schafböcken), eigene
Märkte für Wolle, Preise auf die Veredlung, besondere Fütterung ¬
mit Getraide, Kartoffeln und eigends gesäeten Futterkräutern ¬
u. s. w. *).
§. 16. a.
Fortsetzung.
Dem nicht bloß um seine Staaten, sondern um ganz
Deutschland hochverdienten Könige Friedrich II. von Preußen
gebührt die Ehre, den ersten Versuch zur Veredlung der Schafzucht ¬
durch Einführung der Merinoracen gemacht zu haben.
Schon 8 Jahre nach seinem Regierungsantritte, also im Jahre
1748, ließ er eine Anzahl Störe aus Spanien kommen, und
da diese theilweise auf der Reise verunglückten, so wurden die
Sendungen öfterer wiederholt. Besonders wurde im Jahre
1783 eine beträchtliche Zahl Störe und Mutterschafe theils
aus Spanien, theils von der afrikanischen Küste und aus
**)
England verschrieben und für eine Stammschäferei bestimm
Durch Vorurtheil und unrichtige Behandlung wurde jedoch der
Zweck einer allgemeinern Veredlung in den Staaten des großen ¬
Königs nur schwach erreicht.
*) Es verdient auch hier geschichtlich aufgezeichnet zu werden, daß ein
feiner Schafbock wol mit 500 Thlr. und darüber, ein einziges Pfund
Wolle aber über 2 Thlr. bezahlt wurde, und die Deutschen, besonders ¬
die Sachsen, Böhmen und Ungarn dahin kamen, die Schafe feiner ¬
zu erziehen, als die Schäfereien Spaniens, woher die Merino's
entnommen waren.
**) Thaer, Möglinsche Annalen der Landwirthschaft. Bd. 1. Stck. 1.
S. 9.