Objekt : Scheuchenstuel, Carl von: Motive zu dem allgemeinen österreichischen Berggesetze vom 23. Mai 1854

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der  Erfolg  war  in  den  weit  überwiegendsten  Fällen  ein  rechtfertigender,  ja  ein
glänzender.
Nachdem  nun  große  Summen  auf  die  Erhebung  dieser  Bergwerke  verwendet, ¬
  und  die  Erfolge  von  der  Art  waren,  daß  ein  Rückersatz  derselben
durch  gesegnete  Ausbeuten  erwartet  werden  konnte,  mußte  der  Staat  diesen
Weg  fortsetzen;  allein  dadurch  ermuthigt,  nahm  er  auch  Bergwerke  wieder
auf,  die  bereits  ganz  in  Verfall  gerathen  waren,  und  breitete  sich  dort  aus,  wo
es  sich  darum  handelte,  mit  großartigen  Mitteln  Bergwerks=Unternehmungen
auszuführen,  denen  in  der  Vorzeit  kein  Private  gewachsen  gewesen  wäre,  und
die  in  staatswirthschaftlicher  Beziehung  für  das  Allgemeine,  wie  für  einzelne
große  Länderstriche  von  den  gesegnetsten  Folgen  waren.  Unfruchtbare  und
wüste  Thäler  wurden  bevölkert,  unbevölkerte  Gebiete  erhielten  neue  Nahrungszweige, ¬
  und  so  verbreitete  sich  der  wichtige  Einfluß  der  Staatsbergwerke  auf
das  Volksleben  allenthalben,  wo  solche  in  Betrieb  kamen.
Daß  nicht  alle  diese  Unternehmungen  von  gleichem  reichen  Erfolge  begleitet ¬
  waren,  kann  Niemanden  befremden,  der  den  Bergbaubetrieb  kennt;  wo
aber  immer  noch  Hoffnung  des  Gelingens  vorhanden,  und  die  Verhältnisse
der  Bevölkerung  von  der  Art  waren,  daß  sich  die  Betriebsfortsetzung  aus
bergmännischen  und  politischen  Rücksichten  rechtfertigte,  da  wurden  die  Erträgnisse ¬
  der-reicheren  Bergwerke  auch  zur  Unterstützung  der  ärmeren  fortan
r
virwendet.
So  bildete  sich  denn  allmälig  das  Institut  der  Reichsbergwerke  aus  sich
selbst  zu  einer  Quelle  des  Volkshaushaltes,  der  Industrie,  des  Handels,  zur
allgemein  nützlichen,  Wohlstand  verbreitenden  Staatsunternehmung  aus,  und
erhält  sich  in  dieser  Richtung,  ohne  dem  Staate  im  Allgemeinen  Opfer
zu  kosten.
Allein  Bergwerke  sind  erschöpflich,  und  wollte  das  Institut  der  Reichsso ¬

bergwerke  sich  nur  mit  den,  im  Betriebe  stehenden  Bergbauen  begnügen,
würde  es  bald  Rückschritte  machen,  und  in  sich  selbst  wieder  zerfallen;  um  sich
zu  erhalten,  muß  es  daher  im  gleichen  Verhältnisse,  wie  die  Abbaue  fortschreiten, ¬
  neue  Aufschlüsse  machen,  und  auf  diesem  Wege  sich  regeneriren,  seine
Dauer  sichern.  Es  thut  dieses  aber  mit  stetem  Rückblicke  auf  die  öffentlichen
Rücksichten,  auf  die  Forderungen  des  öffentlichen  Wohles,  es  öffnet  jene  Tiefen, ¬
  deren  Aufschluß  für  die  Privatindustrie  in  zu  weiter  Ferne  steht,  es  macht
Anlagen,  die  im  allgemeinen  Staatsinteresse  liegen,  und  deren  Früchte  in
vielen  Fällen  erst  die  Nachkommen  genießen  werden;  es  kann  und  muß  eben  diese
Bahn  beharrlich  wandeln,  weil  der  Staat  ein  unsterblicher  Körper  ist,  der
nicht  für  den  Augenblick  allein,  sondern  vorzugsweise  für  die  Zukunft  zu
sorgen  hat.
            
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