fullscreen : Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechts-Pflege (Bd. 3 = H. 5/6 (1829))

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richtlichen  und  den  anderen  Aerzten  und  zwischen  dem  Fiskal  und
dem  Advokaten  wurden  gewechselt,  endlich  aber  der  Angeklagte  völlig -
  freigesprochen.
n.
t
Eistmischerei  und  Testamentsverfälschung  verübt -
  durch  einen  Mönch.
In  dem  Flecken  Las  Batuccas  lebte  eine  69jährige  Wittwe,
Donna  Rusina  Garcia,  deren  Ehemann,  Don  Mariano  Garcia,
ihr  vor  7  Jahren  ein  sehr  bedeutendes  Vermögen  hinterlassen
hatte,  jedoch  so,  daß  sie  es  nach  ihrem  Tode  auf  ihren  Neffen,
Don  Mariano,  übertragen  sollte,  dessen  Pathe  der  Verstorbene
gewesen  war.  Der  Neffe,  der  etwa  eine  Stunde  von  ihrem
Wohnorte  auf  einem  Pachtgute  lebte,  besuchte  sie  täglich,  und
brachte  oft  auch  die  Nacht  in  ihrem  Hause  zu.  Donna  Rufing
verfiel  gegen  das  Ende  ihres  Lebens  in  einen  Hang  zur  Frömmelei, -
  der  zum  höchsten  Grade  gesteigert  wurde,  seitdem  Bruder
Narciso  de  la  C.„,  ein  Mönch  aus  einem  in  Spanien  sehr  mächtigen -
  und  trotz  der  in  seiner  Ordensregel  vorgeschriebenen  Armuth
auch  sehr  reichen  Orden,  ihr  Beichtvater  wurde.  Das  Klostet,
in  welchem  Bruder  Narciso  lebte,  war  auf  Donna  Rufina's
Hinterlassenschaft  lüstern,  und  übertrug  ihm  die  Leitung  dieser
Angelegenheit,  wozu  er  sehr  wohl  geeignet  war,  da  er  gleich  von
seinem  ersten  Eintritt  in  das  Haus  an,  auch  schon  um  seines
persönlichen  Vortheils  willen,  die  Herrschaft  über  dasselbe  sich  gesichert -
  hatte.  Die  alte,  taube,  kranke  Dame  selbst  hatte  er  durch
ihren  blinden  Aberglauben,  ihre  Gesellschafterin  und  Hausaufseherin -
  Anacleta  Biguer  aber,  die,  bei  der  Schwäche  der  Alten,  Alles -
  im  Hause  vermochte,  nach  anhaltender  Bewerbung  und  langem -
  Widerstreben,  durch  die  Liebe  für  sich  gewonnen,  so  daß  sie,
zum  Theil  auch  durch  Gewinnsucht  geleitet,  seit  zwei  Jahren  in
der  vertrautesten  Verbindung  mit  ihm  lebte.  Als  Donna  Rufina -
  von  ihrer  letzten  Krankheit  befallen  wurde,  sah  das  Kloster
weniger  als  sieben  Schriften,  unter  denen  sich  drei  bis  vier  voluminse
Werke  befinden,  z.  B.  die  Appellationsdeduction  für  den  Angeschuldigten  von
Paul  Ravioli,  welche  XXVI  u.  376  S.  gr.  8.  füllt.
D.  H.
3.s.dna.CR.P.  H.5.
e
Staatsbibliothek
Max-Planck-Institut  für
zu  Berlin
            
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