letzte Viertel (Quadratura ultima) neunt, zeigt sich sodenn ¬
wieder in einer sichelförmigen Gestalt, bis er in den
Sonnenstralen verschwindet, und hierauf mit der Sonne
zusammenkommt, was wir den Neumond (Novilunium)
nennen. Der Neumond heißt auch die Zusammenkunft
(Conjunctio), der Vollmond der Gegenschein (Oppositio), ¬
welche mit und bezeichnet werden, und den
gemeinschaftlichen Namen Syzygien (Syzygiæ) führen.
Zwey bis drey Tage nach dem Neumond zeigt er sich wieder ¬
in der Abend=Dämmerung sichelförmig, und die erwähnten ¬
Erscheinungen kehren in derselben Ordnung wieder. ¬
Der helle Theil des Mondes ist beständig der Sonne
zugekehrt, die Lichtgränze ist an dem Rand des Mondes
stärker gekrümmt, als in der Mitte, und ihre Chorde steht
nahe auf der Ebene der Ekliptik senkrecht.
§. 61. Die Zeit zwischen zwey zunächst auf einander
folgenden Voll= oder Neumonden heißt ein synodischer Monat, ¬
und dieser muß schon wegen der ungleichförmigen Bewegung ¬
der Sonne (§. 40.) von verschiedener Dauer seyn.
Man findet aber größere Unterschiede, als diejenige sind,
welche von der ungleichförmigen Bewegung der Sonne allein ¬
herrühren können; folglich muß die Bewegung des
Monds ebenfalls ungleichförmig seyn. Nimmt man zwey
weit von einander entfernte Voll= oder Neumonde, und
dividirt die Zwischenzeit mit der Anzahl der verfloßenen
Monate; so heben sich in der Zwischenzeit die Frregularitäten ¬
des Sonnen- und Mondslaufs nicht allein gröstentheils ¬
gegeneinander auf, sondern es wird auch der noch
übrig bleibende Theil mit den Beobachtungsfehlern zugleich
durch diese Division vermindert, und man erhält den sogenannten ¬
mittleren synodischen Monat, welcher 29 Tage,
12 St. 44 Min. 2,82 Sek. beträgt. Hieraus ergiebt sich
die Umlaufszeit des Monds in Beziehung auf die Aequinoktialpunkte, ¬
oder die periodische Umlaufszeit mittelst
des bekannten tropischen Sonnenjahrs. Man bezeichne das
tropische Sonnenjahr mit P, die periodische und synodische
Umlaufszeiten des Monds aber beziehungsweise mit und