Metadaten : Bohnenberger, Johann G. F.: Astronomie

letzte  Viertel  (Quadratura  ultima)  neunt,  zeigt  sich  sodenn ¬
  wieder  in  einer  sichelförmigen  Gestalt,  bis  er  in  den
Sonnenstralen  verschwindet,  und  hierauf  mit  der  Sonne
zusammenkommt,  was  wir  den  Neumond  (Novilunium)
nennen.  Der  Neumond  heißt  auch  die  Zusammenkunft
(Conjunctio),  der  Vollmond  der  Gegenschein  (Oppositio), ¬
  welche  mit    und  bezeichnet  werden,  und  den
gemeinschaftlichen  Namen  Syzygien  (Syzygiæ)  führen.
Zwey  bis  drey  Tage  nach  dem  Neumond  zeigt  er  sich  wieder ¬
  in  der  Abend=Dämmerung  sichelförmig,  und  die  erwähnten ¬
  Erscheinungen  kehren  in  derselben  Ordnung  wieder. ¬
  Der  helle  Theil  des  Mondes  ist  beständig  der  Sonne
zugekehrt,  die  Lichtgränze  ist  an  dem  Rand  des  Mondes
stärker  gekrümmt,  als  in  der  Mitte,  und  ihre  Chorde  steht
nahe  auf  der  Ebene  der  Ekliptik  senkrecht.
§.  61.  Die  Zeit  zwischen  zwey  zunächst  auf  einander
folgenden  Voll=  oder  Neumonden  heißt  ein  synodischer  Monat, ¬
  und  dieser  muß  schon  wegen  der  ungleichförmigen  Bewegung ¬
  der  Sonne  (§.  40.)  von  verschiedener  Dauer  seyn.
Man  findet  aber  größere  Unterschiede,  als  diejenige  sind,
welche  von  der  ungleichförmigen  Bewegung  der  Sonne  allein ¬
  herrühren  können;  folglich  muß  die  Bewegung  des
Monds  ebenfalls  ungleichförmig  seyn.  Nimmt  man  zwey
weit  von  einander  entfernte  Voll=  oder  Neumonde,  und
dividirt  die  Zwischenzeit  mit  der  Anzahl  der  verfloßenen
Monate;  so  heben  sich  in  der  Zwischenzeit  die  Frregularitäten ¬
  des  Sonnen-  und  Mondslaufs  nicht  allein  gröstentheils ¬
  gegeneinander  auf,  sondern  es  wird  auch  der  noch
übrig  bleibende  Theil  mit  den  Beobachtungsfehlern  zugleich
durch  diese  Division  vermindert,  und  man  erhält  den  sogenannten ¬
  mittleren  synodischen  Monat,  welcher  29  Tage,
12  St.  44  Min.  2,82  Sek.  beträgt.  Hieraus  ergiebt  sich
die  Umlaufszeit  des  Monds  in  Beziehung  auf  die  Aequinoktialpunkte, ¬
  oder  die  periodische  Umlaufszeit  mittelst
des  bekannten  tropischen  Sonnenjahrs.  Man  bezeichne  das
tropische  Sonnenjahr  mit  P,  die  periodische  und  synodische
Umlaufszeiten  des  Monds  aber  beziehungsweise  mit    und
            
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