§ 51. Das Hinderniß der Religionsverschiedenheit.
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an Cäcilia, die an Heiden verheiratet waren1. Als aber die erste
Begeisterung allmählich zu erkalten drohte, begann sich eine strengere
Auffassung geltend zu machen, wie denn der hl. Cyprian solche Verbindungen ¬
als eine Prostitution der Glieder Christi an die Heiden?,
Tertullian als unzüchtige Verhältnisse 3 brandmarkte. Kaiser Constantius ¬
belegte die Ehe zwischen Christen und Juden mit der Todesstrafe", ¬
ohne auch die Verbindung zwischen Christen und Heiden zu verbieten, ¬
da eben die Gefahr der Verführung von seiten der Juden eine viel
größere war als von seiten der Heiden. Aus demselben Grunde mißbilligt
auch die Synode von Elvira (306) die Ehe zwischen heidnischen Männern
und christlichen Mädchen, bedroht sie jedoch nicht mit Strafe, was sie bezüglich ¬
der Verbindung einer Christin mit einem Juden oder Häretiker
thut5. Auch spätere Synoden untersagen nur die Ehen der Christen mit
Juden, Verbindungen, die bei Strafe der Excommunication aufgelöst
werden müssens, während sie die Ehen mit Heiden milder beurtheilen
und nur den Geistlichen und deren Kindern verwehren?. Bekannt ist
daß im fränkischen Reiche Ehen von Katholiken mit Heiden nicht selten
waren und zu keinem Einschreiten der Kirche Veranlassung gaben8. Noch
Gratian hält die Ehe eines Gläubigen mit einem Ungläubigen nicht für
ungiltig9, und wenn auch einige der von ihm gesammelten Canones etwa
das Gegentheil besagen, so kommt ihnen doch als Aussprüchen particularrechtlicher ¬
Art allgemeine Verbindlichkeit nicht zu 1°. Erst gegen Ende des
12. Jahrhunderts begann man, nach dem Vorgange eines Petrus Lombardus, ¬
Bernhard von Pavia, Tankred +1 u. a., die Religions1 -
Vgl. Zhishman a. a. O. S. 507.
» Epist. de lapsis c. 6: lungere cum infidelibus vinculum matrimonii
prostituere gentilibus membra Christi (Opp. ed. Hartel p. 240).
3 Ad uxor. 1. 2, c. 3 (ed. Rigalt., Venet. 1744, p. 168).
4 Zhishman a. a. O. S. 509 f. Freisen a. a. O. S. 635.
8 Hefele, Conciliengeschichte? I, 162; nur die Synode von Arles (314) belegt ¬
die Ehe einer Christin mit einem Heiden mit zeitweiligem Ausschluß von der
Communion (ebd. S. 211)
6 So die zweite Synode von Orleans (533; Hefele a. a. O. II, 758);
ähnlich die dritte Synode von Orleans (538), die dritte Synode von Toledo (589),
die römische Synode von 743 (Hefele a. a. O. II, 776; III, 52. 516).
7 Synode von Hippo (393; Hefele a. a. O. II, 56).
3 Löning, Deutsches Kirchenrecht II, 566; denken wir nur an Chlodwig
und Chlotilde.
° C. 28, q. 1. Freisen a. a. O. S. 636. 640; dagegen Friedberg,
Kirchenrechts S. 371, und v. Hussarek, Bedingte Eheschließung S. 25.
10 Benedict. XIV. 1. c. § 9, p. 552.
11 Vgl. Freisen a. a. O. S. 640 f.